USA

Trump-Regierung plant offenbar Kehrtwende bei KI: Warum jetzt mehr staatliche Aufsicht her soll

Die US-Regierung erwägt laut einem Bericht eine staatliche Prüfung neuer KI-Modelle vor deren Veröffentlichung. Auslöser sollen die Fähigkeiten des Anthropics Modell Mythos sein.

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US-Präsident Donald Trump will KI-Modelle laut einem Bericht künftig vor ihrer Veröffentlichung prüfen.

US-Präsident Donald Trump will KI-Modelle laut einem Bericht künftig vor ihrer Veröffentlichung prüfen.

© Kent Nishimura/AFP

Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump erwägt einem Bericht der New York Times zufolge die Einführung einer staatlichen Aufsicht über neue KI-Modelle. Geplant sei eine Executive Order, die eine Arbeitsgruppe aus Tech-Managern und Regierungsvertretern einsetzen soll, um mögliche Prüfverfahren auszuarbeiten. Das berichten US-Beamte und mit den Beratungen vertraute Personen, die laut dem Blatt anonym bleiben wollten.

Vergangene Woche hätten Vertreter des Weißen Hauses Führungskräfte von Anthropic, Google und OpenAI über die Pläne informiert, hieß es weiter. Im Gespräch sei ein formelles Prüfverfahren, das sich am britischen Modell orientieren könnte. Dort sind mehrere Behörden damit betraut, KI-Modelle auf Sicherheitsstandards zu prüfen. Eine Variante sehe vor, der Regierung frühzeitigen Zugang zu neuen Modellen zu gewähren, deren Veröffentlichung aber nicht zu blockieren.

Ein Sprecher des Weißen Hauses bezeichnete Berichte über eine konkrete Verordnung gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters als „Spekulation“. Etwaige Ankündigungen werde Trump selbst vornehmen.

Der Schritt wäre eine deutliche Abkehr vom bisherigen Kurs der Regierung. An seinem ersten Amtstag im Jahr 2025 hatte Trump eine Verordnung seines Vorgängers Joe Biden aus dem Jahr 2023 aufgehoben, die KI-Entwickler verpflichtete, Sicherheitstests mit nationaler Sicherheitsrelevanz vor der Veröffentlichung mit der Regierung zu teilen. Im Juli 2025 stellte Trump einen KI-Plan vor, der Umweltauflagen lockern und KI-Exporte an Verbündete ausweiten sollte, um den Vorsprung gegenüber China zu sichern.

Anthropics Mythos-Modell als Auslöser

Die sich ankündigende Kehrtwende in den USA wurde dem Bericht zufolge durch das im April vorgestellte KI-Modell Mythos des KI-Unternehmens Anthropic ausgelöst. Das Unternehmen erklärte, das Modell sei so leistungsfähig im Aufspüren von Sicherheitslücken in Software, dass es zu einer Cybersicherheits-Zäsur führen könne. Anthropic entschied deshalb, das Modell nicht allgemein öffentlich zugänglich zu machen. Die National Security Agency (NSA) habe Mythos zuletzt eingesetzt, um Schwachstellen in Software der US-Regierung zu prüfen.

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Das Weiße Haus wolle politische Folgen eines möglichen verheerenden, KI-gestützten Cyberangriffs vermeiden, hieß es. Zugleich werde geprüft, ob neue Modelle militärisch und nachrichtendienstlich nutzbare Fähigkeiten liefern könnten.

Parallel verändert sich die Personalstruktur im Weißen Haus: KI-Beauftragter David Sacks, der die Deregulierung vorangetrieben hatte, kündigte im März seinen Rückzug an. Stabschefin Susie Wiles und Finanzminister Scott Bessent übernehmen seine Aufgaben und wollen laut Bericht stärker in die KI-Politik eingreifen.

Pentagon und Anthropic im Streit um KI beim Militär

Belastet werden die neuen Pläne durch einen Streit zwischen dem Pentagon und Anthropic über einen 200-Millionen-Dollar-Auftrag und den militärischen KI-Einsatz. Im März stellte das Verteidigungsministerium die Nutzung von Anthropic-Technologie ein, das Unternehmen klagte. Lediglich im Aufklärungssystem Maven, das im Iran-Krieg Ziele für Luftangriffe vorschlägt, wird die Technologie weiter eingesetzt. Mitte April trafen Wiles und Bessent Anthropic-CEO Dario Amodei, beide Seiten sprachen anschließend von einem „produktiven“ Gespräch.

Welche Behörden die geplante Prüfung nun übernehmen sollen, ist offen. Im Gespräch seien die NSA, das Office of the National Cyber Director und der Director of National Intelligence. Auch das von der Biden-Regierung gegründete Center for AI Standards and Innovation, unter Trump bislang weitgehend kaltgestellt, könnte eine Rolle spielen.

Umfrage: Amerikaner skeptisch gegenüber KI

Der Kurswechsel steht im Kontrast zu einer Rede von Vizepräsident JD Vance bei einem internationalen KI-Gipfel in Paris im vergangenen Jahr. Dort hatte er gewarnt, „übermäßige Regulierung des KI-Sektors könnte eine transformative Industrie abwürgen“.

Eine Pew-Umfrage aus dem Vorjahr zeigt unterdessen parteiübergreifende Skepsis: 50 Prozent der Republikaner und 51 Prozent der Demokraten gaben an, beim Einsatz von KI im Alltag eher besorgt als begeistert zu sein.

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