Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) dringen angesichts wiederholter iranischer Angriffe auf eine substanziellere Unterstützung ihrer europäischen Partner. Der Botschafter der VAE in Deutschland, Ahmed Alattar, sagte dem Brüsseler Nachrichtenportal Euractiv, sein Land erwarte „echte Unterstützung“ statt bloßer Worte.
Mehr als 179 Staaten und internationale Organisationen hätten die iranischen Angriffe verurteilt oder Solidarität bekundet, doch die Positionen reichten „von echter und sehr geschätzter Unterstützung bis hin zu Erklärungen ohne entsprechende Maßnahmen“.
Die jüngsten Angriffe zeigten laut Alattar, dass Teheran über „offensive Langstreckenwaffen“ verfüge, die Staaten weit über die Region hinaus bedrohen könnten. Ein künftiges Abkommen mit dem Iran müsse daher umfassend angelegt sein und neben dem Atomprogramm auch ballistische Raketen, Drohnen sowie die Revolutionsgarden und ihre „terroristischen Stellvertreter“ einschließen. Trotz der Angriffe bleibe die Wirtschaft der VAE stabil, rund 75 Prozent der Wirtschaftsleistung stammten aus dem Nicht-Öl-Sektor.
Merz verurteilte Angriffe scharf
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verurteilte die iranischen Angriffe am Dienstag und forderte Teheran zum Einlenken auf. „Teheran muss an den Verhandlungstisch zurückkehren und aufhören, die Region und die Welt in Geiselhaft zu nehmen: Die Blockade der Straße von Hormus muss enden“, schrieb Merz in den Sozialen Medien. Die Solidarität gelte den Menschen in den VAE und den Partnern in der Region. Teheran dürfe keine Atomwaffe erlangen, weitere Drohungen oder Angriffe gegen Partner dürfe es nicht geben.
Der britische Premierminister Keir Starmer rief ebenfalls zur Deeskalation auf und forderte den Iran zu ernsthaften Verhandlungen auf. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nannte die Angriffe auf zivile Infrastruktur „ungerechtfertigt und inakzeptabel“. Die von Pakistan vermittelten Gespräche zwischen den USA und dem Iran haben bislang zu keinem Ergebnis geführt, die am 8. April vereinbarte Waffenruhe gilt als zunehmend brüchig.
Teheran signalisiert Verhandlungswillen
Irans Außenminister Abbas Araghtschi erklärte am frühen Dienstag unterdessen im Onlinedienst X, für die „politische Krise“ in der Straße von Hormus gebe es „keine militärische Lösung“. Die Friedensgespräche machten dank der „großzügigen Bemühungen“ Pakistans Fortschritte, sagte Araghtschi weiter. Die USA sollten sich davor hüten, von „Übelwollenden“ zurück in den Sumpf gezogen zu werden.
Die jüngsten US-Pläne, Schiffe durch die Straße von Hormus zu begleiten, kritisierte er unterdessen mit den Worten: „Project Freedom ist Project Deadlock“ – also ein Projekt des Stillstands.
Mehrere Angriffe auf VAE am Montag
Die VAE hatten am Montag nach eigenen Angaben einen iranischen Angriff mit zwölf ballistischen Raketen, drei Marschflugkörpern und vier Drohnen abgewehrt. In einem Ölindustriegebiet der Hafenstadt Fudschaira der VAE brach laut dem Finanzdienst Bloomberg ein Großbrand aus, drei Menschen kamen in ein Krankenhaus. Das Außenministerium der VAE sprach von einer „gefährlichen Eskalation“ und einem „inakzeptablen Akt der Aggression“. Ein iranischer Militärvertreter erklärte laut der Nachrichtenagentur AFP im Staatsfernsehen, Teheran habe „keinerlei Pläne“ gegen die Emirate.
Auch am Dienstag meldeten die VAE erneute Angriffe. „Die Luftabwehr der Vereinigten Arabischen Emirate ist derzeit mit Raketen- und Drohnenangriffen aus dem Iran konfrontiert“, erklärte das Verteidigungsministerium auf X.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters wurden zudem binnen 24 Stunden vier Schiffe in der Golfregion angegriffen, darunter ein südkoreanisches Frachtschiff und ein leerer Rohöltanker des staatlichen Ölkonzerns Adnoc. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor die Operation „Project Freedom“ angekündigt, um festsitzende Schiffe aus dem Persischen Golf durch die Straße von Hormus zu geleiten.
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