Liuyang

Nach Explosion mit 26 Toten: Chinas Feuerwerkszentrum stoppt Produktion

Aus der StadtLiuyang kommt ein Großteil der Feuerwerkskörper, die in China verkauft oder exportiert werden. Behörden untersuchen die Ursachen des Unglücks mit 26 Toten.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Feuerwehrleute kämpfen nach der Explosion in einer Feuerwerksfabrik in Hunan gegen Brände auf dem Werksgelände.

Feuerwehrleute kämpfen nach der Explosion in einer Feuerwerksfabrik in Hunan gegen Brände auf dem Werksgelände.

© IMAGO/Chen Sihan

Nach einer Explosion in einer Feuerwerksfabrik in der zentralchinesischen Provinz Hunan müssen alle Feuerwerks- und Knallkörperhersteller in der Stadt Liuyang ihre Produktion vorübergehend einstellen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Bei dem Unglück am Montagnachmittag starben nach Angaben der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua 26 Menschen, 61 weitere wurden verletzt.

Zentrum der chinesischen Feuerwerksproduktion

Die Explosion ereignete sich laut Xinhua auf dem Gelände der Firma Huasheng Fireworks Manufacturing and Display im zu Liuyang gehörenden Guandu. Liuyang ist eine kreisfreie Stadt unter Verwaltung der Provinzhauptstadt Changsha. Das Zentrum der chinesischen Feuerwerksproduktion hat demnach einen Anteil von 60 Prozent am chinesischen Inlandsmarkt und von 70 Prozent an den chinesischen Feuerwerksexporten.

Mehr als 1500 Feuerwehrleute, Rettungskräfte, Sanitäter und Polizisten wurden laut Reuters an die Unglücksstelle geschickt, unterstützt von 18 Drohnen und mehreren Robotern. Bis Dienstagnachmittag bargen die Einsatzkräfte nach chinesischen Medienberichten sieben Verschüttete aus den Trümmern. Anwohner wurden evakuiert, weil in zwei Lagern auf dem Gelände leicht entzündliches Schwarzpulver lagerte. Aufnahmen des staatlichen Fernsehens zeigten eingestürzte Gebäude und aufsteigenden Rauch.

Xi ordnet Untersuchung an

Der Verantwortliche der Betreiberfirma wurde nach Angaben der Stadtverwaltung festgenommen, die Ursache der Explosion wird weiterhin untersucht. Chinas Regierung setzte laut CCTV eine Untersuchungskommission ein. Vizepremier Zhang Guoqing reiste am Dienstag nach Liuyang, um die Rettungsarbeiten zu koordinieren.

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Staats- und Parteichef Xi Jinping ordnete laut Reuters eine rasche Aufklärung der Unglücksursache an und verlangte, die Verantwortlichen streng zur Rechenschaft zu ziehen. Außerdem forderte Xi strengere Sicherheitsstandards und eine verstärkte Risikoprüfung in wichtigen Industriezweigen. Der Bürgermeister von Changsha, Chen Bozhang, sprach den Opfern und Angehörigen sein Beileid aus. „Wir sind zutiefst traurig und empfinden große Schuld“, sagte Chen laut Reuters.

Wiederkehrende Unglücke in Chinas Feuerwerksbranche

Industrieunfälle in der Feuerwerksbranche sind in China keine Seltenheit. Reuters verwies auf eine Explosion in einer Feuerwerksfabrik in Hunan im Juni des Vorjahres, bei der neun Menschen starben und 26 verletzt wurden. Die Nachrichtenagentur AP berichtete zudem von zwei tödlichen Explosionen in Feuerwerksgeschäften rund um das chinesische Neujahrsfest im Februar.

Nach Angaben der in den USA entwickelten Handelsdatenplattform OEC, die Reuters zitiert, exportierte China im Vorjahr Feuerwerk im Wert von 1,14 Milliarden US-Dollar, mehr als zwei Drittel der weltweiten Feuerwerksexporte.

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