Die deutschen Verkehrsflughäfen haben im April einen massiven Passagierrückgang verzeichnet. Während der Flughafenverband ADV vor einer Erosion der internationalen Anbindung warnt, hält die Lufthansa an ihrem hohen Gewinnziel für das Gesamtjahr fest.
Nach Angaben des ADV zählten die deutschen Verkehrsflughäfen im vergangenen Monat nur rund 16,7 Millionen Fluggäste und blicken damit auf etwa 1,65 Millionen fehlende Passagiere. Allein die einwöchigen Streiks bei der Lufthansa hätten ein Loch von nahezu einer Million Reisenden gerissen, teilte der Verband mit. Der Nahostkonflikt habe weitere knapp 400.000 Passagiere gekostet. Die übrigen Verluste gingen auf Streckenstreichungen der Airlines wegen hoher Standort- und Betriebskosten zurück.
ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel sprach von einem „unüberhörbaren Alarmsignal“. Dauerstreiks, geopolitische Krisen und steigende Betriebskosten der Fluggesellschaften träfen die deutschen Flughäfen mit voller Wucht.
Beisel verwies auch auf den irischen Billigflieger Ryanair, der seine Flüge von und nach Berlin im Winterflugplan halbieren will. Allein dadurch fänden künftig über zwei Millionen Reisende in Berlin kein passendes Angebot mehr. Vom Bund forderte Beisel die sofortige Aussetzung der Luftverkehrsteuer, mittelfristig zumindest eine Halbierung.
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Trotz Krise und Streiks: Lufthansa erwartet mehr Gewinn
Obwohl der Iran-Krieg, gestiegene Kerosinpreise und häufige Streiks neben den Flughäfen auch die Lufthansa treffen, will die Fluggesellschaft ihren operativen Gewinn in diesem Jahr weitehrin deutlich steigern. Der bereinigte operative Gewinn (Ebit) solle den Vorjahreswert von 1,96 Milliarden Euro klar und damit um mehr als zehn Prozent übertreffen, teilte das Unternehmen in Frankfurt mit.
Die Kerosinrechnung dürfte gegenüber der ursprünglichen Planung um 1,7 Milliarden auf 8,9 Milliarden Euro steigen. Vorstandschef Carsten Spohr will dies nach eigenen Angaben mit höheren Ticketerlösen, einer besseren Auslastung und Einsparungen auffangen. Das Flugangebot soll statt um vier Prozent nur um höchstens zwei Prozent wachsen.
Im ersten Quartal stieg der Umsatz der Lufthansa im Jahresvergleich um acht Prozent auf 8,75 Milliarden Euro. Der bereinigte operative Verlust ging um 15 Prozent auf 612 Millionen Euro zurück. Besonders im April hatten Piloten und Kabinenpersonal der Lufthansa viel gestreikt. Die Tochtergesellschaft Cityline hatte das Unternehmen Mitte April sogar komplett geschlossen.
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