Hamburg bleibt Deutschlands digitalstes Bundesland, während Hessen auf den dritten Platz vorankommt und das Saarland als Aufsteiger des Jahres gilt. Der Bitkom Länderindex 2026 zeigt jedoch, dass die digitale Stärke in Deutschland stark variiert.
Der Norden überzeugt mit fortschrittlicher Infrastruktur, während ostdeutsche Bundesländer insbesondere durch digitale Bildung hervorstechen. Für den Länderindex wurden alle 16 Bundesländer anhand von 30 Indikatoren in vier Kategorien untersucht: Governance und Verwaltung, Digitale Infrastruktur, Digitale Wirtschaft und Digitale Gesellschaft. Hamburg führt mit 70,3 von 100 möglichen Punkten und ist damit deutlich vorne. Berlin folgt mit 63,8 Punkten, gefolgt von Hessen mit 63,7 Punkten. Bayern erreicht 62,6 Punkte und belegt den vierten Platz, während Baden-Württemberg mit 61,8 Punkten den fünften Platz belegt.
16 Landesregierungen befragt
Das Saarland hat sich stark verbessert und klettert von Platz 12 im Länderindex 2024 auf Platz 6 in diesem Jahr. Am Ende des Rankings stehen Sachsen-Anhalt (52,4 Punkte), Thüringen (51,1 Punkte) und Mecklenburg-Vorpommern (51,1 Punkte), die sich den 15. Platz teilen.
Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst erklärt: „Der Bitkom Länderindex verdeutlicht, wie die Digitalisierung in den Regionen Deutschlands vorangetrieben werden kann.“ Die Digitalisierung erfordert strategische Planung und effektive Umsetzung in den Bereichen Verwaltung, Wirtschaft, Infrastruktur und Bildung.
Für den Länderindex wurden alle 16 Landesregierungen befragt und zahlreiche statistische Daten sowie Drittstudien ausgewertet. Zudem wurden über 5.600 Bürger durch Bitkom Research befragt, was repräsentative Ergebnisse für alle Bundesländer liefert. Hamburg punktet besonders stark in den Kategorien Digitale Wirtschaft und Digitale Infrastruktur. In der Kategorie Governance & Verwaltung belegt Hamburg den dritten Platz und Rang fünf in der Digitalen Gesellschaft.
Vor allem die Glasfaser- und Gigabitversorgung sowie der Anteil an IT-Unternehmen und Fachkräften tragen zum Erfolg bei. Berlin bleibt auf dem zweiten Platz und überzeugt durch eine hohe Anzahl an Startups und IT-Unternehmen. Hessen hat sich in der Gesamtwertung von Rang 5 auf 3 verbessert und belegt den ersten Platz in der Kategorie Governance und Verwaltung, vor allem durch die hohe Rechenzentrumsleistung in Frankfurt/Main.
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Das Saarland hat sich im Ranking am deutlichsten verbessert und erreicht in der Kategorie Digitale Gesellschaft sogar den ersten Platz, mit starken Werten in der digitalen Bildung und einer hohen Gigabitversorgung an Schulen. Wintergerst betont: „Das Saarland zeigt, dass digitale Fortschritte nicht nur von Größe und finanziellen Mitteln abhängen.“
Die Verteilung der digitalen Stärken ist regional sehr unterschiedlich. Die norddeutschen Bundesländer führen in der digitalen Infrastruktur, während der Süden bei der digitalen Wirtschaft dominiert. Ostdeutsche Bundesländer übernehmen zunehmend Verantwortung in der digitalen Bildung, was für die Entwicklung einer digital starken Wirtschaft in der Region entscheidend sein kann.
Hohe Wirtschaftsleistung und Dichte an Unternehmen
Bitkom weist darauf hin, dass digital starke Länder häufig über strukturelle Vorteile verfügen, wie eine hohe Wirtschaftsleistung und Dichte an Unternehmen sowie Hochschulen. Politische Faktoren wie Digitalministerien und entsprechende Strategien sind ebenfalls entscheidend.
Um digitale Fortschritte zu fördern, werden die Einführung von Informatik als Pflichtfach sowie die Förderung digitaler Kompetenzen in Bibliotheken und Volkshochschulen empfohlen. Um die digitale Verwaltung in Deutschland zu verbessern, ist technische Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern notwendig. Wintergerst merkt an, dass die Länder von einander lernen sollten, um Komplexität und Kosten zu reduzieren.
Der sogenannte Deutschland-Stack könnte dazu beitragen, die digitale Verwaltung zu modernisieren. Zudem haben Bund und Länder vereinbart, bürokratische Hürden abzubauen und den Mobilfunkausbau zu beschleunigen. Insgesamt zeigt sich, dass Digitalisierung gestaltet werden kann. Wo Prioritäten gesetzt und Maßnahmen konsequent umgesetzt werden, gibt es Fortschritte. Dies könnte die Chance für alle Bundesländer sein, die Digitalisierung voranzutreiben.
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