Erinnerungspolitik

Der 9. Mai aus ukrainischer Sicht: Zwischen Siegeskult und Bandera-Mythos

Die Ukraine löst sich seit Kriegsbeginn vom sowjetischen Kult um den 9. Mai. Doch der neue nationale Erinnerungsmythos birgt eigene historische Widersprüche. Eine Analyse.

Marta Havryshko
Marta Havryshko
5 Min
Unter Präsident Selenskyj verabschiedet sich die Ukraine zunehmend vom sowjetischen Siegeskult um den 9. Mai.

Unter Präsident Selenskyj verabschiedet sich die Ukraine zunehmend vom sowjetischen Siegeskult um den 9. Mai.

© apaimages/imago

Der „Tag des Sieges“ ist der Gründungsmythos von Putins Russland. Eine staatsbürgerliche Religion, die Autoritarismus heiligt, Militarismus verherrlicht und Russland als einzigartig „siegreiche Nation“ darstellt, die Anspruch auf Dominanz über ihre Nachbarn erhebt. Zugleich ist der 9. Mai die ideologische Linse, durch die der Kreml seinen Krieg gegen die Ukraine rechtfertigt, indem er die Invasion zynisch als weiteren Kreuzzug gegen den „Nazismus“ bezeichnet.

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