Beim Ausbruch des Vulkans Dukono auf der indonesischen Insel Halmahera sind nach Behördenangaben mindestens drei Wanderer ums Leben gekommen. Unter den Opfern seien Staatsangehörige Singapurs sowie ein indonesischer Staatsbürger, sagte der Polizeichef von Nord-Halmahera, Erlichson Pasaribu, dem indonesischen Sender Kompas TV. 17 weitere Menschen würden noch vermisst.
Die nationale Such- und Rettungsbehörde Basarnas bestätigte die Todesfälle und Nationalitäten zunächst nicht. Das Gebiet rund um den Dukono war demnach bereits im April wegen verstärkter vulkanischer Aktivität für Besucher gesperrt worden.
Laut Pasaribu hielten sich zum Zeitpunkt des Ausbruchs neun ausländische und elf einheimische Wanderer am Berg auf. Alle überlebenden Kletterer seien am späten Freitagnachmittag Ortszeit sicher abgestiegen. Die Bergung der Leichen sei wegen anhaltender vulkanischer Aktivität bislang nicht möglich gewesen.
Zehn Kilometer hohe Aschewolke nach Vulkanausbruch
Der Vulkan in der Provinz Nord-Maluku brach nach Angaben der indonesischen Vulkanologiebehörde am Freitag um 7.41 Uhr Ortszeit aus und schleuderte eine Aschewolke bis zu zehn Kilometer hoch in den Himmel. Die Behörde beließ die Alarmstufe auf der dritthöchsten Stufe, wie Behördenchefin Lana Saria mitteilte. Anwohner wurden aufgefordert, sich nicht innerhalb eines Radius von vier Kilometern um den Krater aufzuhalten. Bei Regen bestehe zudem die Gefahr von vulkanischen Schlammströmen.
Iwan Ramdani, Leiter der örtlichen Rettungsbehörde, sagte Reuters, Dutzende Einsatzkräfte einschließlich Polizisten seien zur Suche nach den von dem Ausbruch eingeschlossenen Wanderern entsandt worden. Auf Bildern der Behörde Basarnas waren Helfer zu sehen, die mindestens eine verletzte Person auf einer Trage durch den Wald trugen.
Bergführer leitet Deutsche in Sicherheit
Der indonesische Bergführer Alex Djangu führte zwei deutsche Touristen auf den Berg, als er kurz vor dem Ausbruch tiefe Erschütterungen wahrnahm. „Es war sehr beängstigend“, sagte Djangu dem Sender CNN. „Ich sah, wie die kleinen Steine und der Kies wegen der Erschütterungen herabrutschten, dann sagte ich meinen Kunden, wir müssten hinunterlaufen.“ Während seine Gruppe sicher absteigen konnte, hielten sich nach seinen Angaben weitere Wanderer am Krater auf, darunter eine neunköpfige Gruppe nahe dem Kraterrand sowie eine weitere Gruppe, die Aufnahmen machte.
Videoaufnahmen von Djangus zeigen eine massive Rauch- und Aschesäule über dem Berg. Der Vulkan sei bis in den Freitagnachmittag hinein weiter aktiv gewesen und habe dabei auch „Überschallgeräusche“ erzeugt, sagte er. Zwar breche der Mount Dukono regelmäßig aus. Wenn die Aktivität jedoch für mehrere Tage nachlasse, könne sich besonders hoher Druck aufbauen. „Und genau das ist heute passiert“, erklärte Djangus.
Auswirkungen auf den Flugverkehr wurden Reuters zufolge bislang nicht gemeldet. Indonesien liegt mit nahezu 130 aktiven Vulkanen auf dem Pazifischen Feuerring, einer der seismisch aktivsten Zonen der Erde, in der mehrere Erdplatten aufeinandertreffen.
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