In Ostdeutschland richtet die Bundeswehr sieben der bundesweit 24 neuen Musterungszentren ein. Das geht aus einer Mitteilung des Bundesverteidigungsministeriums hervor. Standorte sind Potsdam, Dresden, Leipzig, Magdeburg, Neubrandenburg, Schwerin und Jena. In den Zentren wird die grundsätzliche Eignung von Bewerberinnen und Bewerbern für den Dienst in den Streitkräften geprüft. Hintergrund ist der zum Jahreswechsel eingeführte neue Wehrdienst.
Bis auf Jena handelt es sich bei den ostdeutschen Standorten um bereits bestehende Bundeswehrstandorte. Jena zählt zu den acht Orten, die bundesweit neu hinzukommen. Pro Musterungszentrum werden nach Angaben des Ministeriums rund 50 zivile Dienstposten geschaffen. Mit dem Aufbau steigt die Zahl der Bundeswehrstandorte in Deutschland auf 288.
Anbindung an bestehende Karrierecenter
Die Zentren sollen den 15 bestehenden Karrierecentern der Bundeswehr strukturell zugeordnet werden. In Potsdam wird das Musterungszentrum dem Karrierecenter in der Behlertstraße zugeordnet. Die Wahl der Standorte begründete das Ministerium mit hoher Bevölkerungsdichte und einem „potenziell großen Bewerberaufkommen“. Maßgebend seien zudem Funktionalität, Kosten, Attraktivität, Präsenz in der Fläche und die zeitliche Realisierbarkeit gewesen, hieß es. In insgesamt 14 Bundesländern sollen externe Objekte angemietet werden.
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Das erste neue Musterungszentrum soll nach Angaben des Ministeriums noch 2026 seine Arbeit aufnehmen. Bis zum 1. Juli 2027 soll die Musterungsorganisation vollständig aufgebaut sein.
Milliardeninvestitionen in Ostdeutschland
Die Bundeswehr investiert derzeit verstärkt in den ostdeutschen Ländern. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen geht es nach Angaben des Verteidigungsministeriums um Investitionen in „weitgehend allen Bereichen der Infrastruktur“. Geplant sind nach aktuellem Stand 1,45 Milliarden Euro bis 2029 sowie weitere 2,49 Milliarden Euro bis 2035. Es handle sich um Prognosen, die sich „aufgrund der derzeitigen weltpolitischen Lage mit großer Wahrscheinlichkeit“ auch verändern könnten, sagte eine Ministeriumssprecherin.
Im südbrandenburgischen Holzdorf wird der Luftwaffenstandort ausgebaut. Dort soll ein Großteil der bestellten Chinook-Transporthubschrauber von Boeing stationiert werden. Am selben Standort steht auch das israelische Raketenabwehrsystem Arrow 3, mit dem ballistische Raketen in großer Höhe abgefangen werden können.
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