Vor der Küste Katars ist ein Massengutfrachter nach Angaben der britischen Marinebehörde UKMTO von einem unbekannten Geschoss getroffen worden. Der Vorfall ereignete sich in einer Region, in der die Spannungen zwischen den USA und dem Iran weiter anhalten.
Das Schiff sei rund 23 Seemeilen nordöstlich der katarischen Hauptstadt Doha unterwegs gewesen, als es getroffen worden sei, teilte die United Kingdom Maritime Trade Operations (UKMTO) am Sonntag mit. An Bord sei ein kleiner Brand ausgebrochen, der habe gelöscht werden können. Der Kapitän habe weder Verletzte noch Schäden für die Umwelt gemeldet, hieß es weiter.
Die Behörden untersuchen nach Angaben der UKMTO die Herkunft des Geschosses. Schiffen in der Region wurde geraten, das Gebiet mit erhöhter Vorsicht zu passieren. Zur Art des Projektils und zu möglichen Verantwortlichen machte die Behörde zunächst keine Angaben.
Anhaltende Spannungen: Iran drohte mit Angriffen
Der Zwischenfall fällt in eine Phase fortbestehender Spannungen am Persischen Golf. Trotz einer Waffenruhe im Krieg der USA und Israels gegen den Iran bleibt die Sicherheitslage in der Region angespannt. Besonders die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Wasserstraßen für den weltweiten Energiehandel, ist seit Kriegsbeginn weitgehend blockiert.
Vor dem Vorfall hatten die iranischen Revolutionsgarden gedroht, US-Frachter in der Region anzugreifen. „Jeder Angriff auf iranische Öltanker und Handelsschiffe wird einen harten Gegenschlag gegen eine der amerikanischen Einrichtungen in der Region sowie gegen die feindlichen Schiffe nach sich ziehen“, erklärten die Revolutionsgarden am Samstag laut Staatsmedien.
Die USA hatten zuvor zwei iranische Schiffe angegriffen. Nach Angaben des für die Golfregion zuständigen US-Zentralkommandos (Centcom) wurden die beiden iranischen Frachtschiffe am Freitag im Golf von Oman von US-Kampfflugzeugen mit „Präzisionsmunition“ beschossen. Bereits in der Nacht zuvor hatte es Gefechte in der strategisch bedeutenden Straße von Hormus gegeben.
LNG-Tanker wagt Passage
Am Samstag hatte ein katarischer LNG-Tanker nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Schiffsverfolgungsdaten einen erneuten Versuch unternommen, die Meerenge zu durchqueren. Das Schiff „Al Kharaitiyat“ nutze die von Teheran genehmigte nördliche Route und habe die iranische Insel Larak bereits passiert. Wäre die Durchfahrt erfolgreich, wäre es laut Bloomberg die erste eines katarischen LNG-Tankers seit Kriegsbeginn. Mehrere vorherige Versuche waren gescheitert: Anfang April hatten die iranischen Revolutionsgarden nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters zwei Tanker gestoppt.
Iranische Angriffe haben Reuters zufolge 17 Prozent der katarischen LNG-Exportkapazität ausgeschaltet, die Reparaturen sollen drei bis fünf Jahre dauern. Katar war im vergangenen Jahr für fast ein Fünftel der weltweiten LNG-Versorgung verantwortlich. Eine US-geführte Eskortmission unter dem Namen „Project Freedom“ war am Dienstag nach kurzer Zeit ausgesetzt worden.
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