Russland und die Ukraine haben einander am Sonntag beschuldigt, die Vereinbarung für eine dreitägige Waffenruhe gebrochen zu haben. Das geht aus russischen und ukrainischen Medienberichten hervor.
Das russische Verteidigungsministerium wirft der Ukraine etwa vor, die seit dem 9. Mai geltende Waffenruhe mehrfach verletzt zu haben. Die ukrainischen Streitkräfte hätten in den vergangenen 24 Stunden Drohnen- und Artillerieangriffe auf russische Truppenstellungen sowie auf zivile Ziele auf der Krim und in den Regionen Belgorod, Kursk, Kaluga, Rostow und Krasnodar durchgeführt, teilte das Ministerium nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax am Sonntag mit.
Die russische Armee habe mit Vergeltungsschlägen gegen Mehrfachraketenwerfer, Artillerie- und Mörserstellungen sowie Kommandoposten und Drohnenstartplätze reagiert, hieß es weiter. Das Ministerium meldete zudem, in den vergangenen 24 Stunden 57 ukrainische Drohnen abgeschossen zu haben. Nach eigener Darstellung verbleibt die russische Armee auf den zuvor besetzten Stellungen.
Kiew meldet Tote und Verletzte
Auch die Ukraine wirft Russland einen Bruch der Waffenruhe vor. Bei russischen Angriffen seien nach Angaben regionaler Behörden mindestens ein Zivilist getötet und 19 weitere verletzt worden, berichtete das Portal Kyiv Independent. Die ukrainische Luftwaffe habe zudem 27 in der Nacht aus den russischen Orten Primorsko-Achtarsk und Millerowo gestartete Drohnen abgefangen.
Verletzte wurden den Angaben zufolge unter anderem aus den Regionen Charkiw, Dnipropetrowsk, Donezk, Cherson und Saporischschja gemeldet. In letzterer Region sei ein Zivilist getötet worden. In Charkiw schlug dem Bericht zufolge eine russische Drohne in ein Wohnhaus ein. Der ukrainische Generalstab teilte mit, an der Front seien trotz der Feuerpause 147 Gefechte registriert worden.
Trump verkündete Waffenruhe
US-Präsident Donald Trump hatte die dreitägige Waffenruhe vom 9. bis 11. Mai am 8. Mai auf seiner Plattform Truth Social angekündigt. „Hoffentlich ist es der Anfang vom Ende eines sehr langen, tödlichen und hart geführten Krieges“, schrieb Trump. Vereinbart wurde zudem ein Austausch von je 1000 Kriegsgefangenen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Vereinbarung auf Telegram und dankte Washington für die Vermittlung. „Wir erwarten von den Vereinigten Staaten, dass sie dafür sorgen, dass die russische Seite die Vereinbarungen einhält“, erklärte er nach Angaben des ukrainischen Portals Censor.NET. Zu den jüngsten mutmaßlichen Waffenruhe-Verstößen äußerte er sich bislang nicht.
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