Kuba

Militärische Drohkulisse: US-Spionageflugzeuge kreisen vor Kubas Küste

Seit Februar führen die USA auffällig viele Flüge vor Kubas Küste durch. Das Muster erinnert an die Wochen vor den Militärschlägen gegen Venezuela und Iran.

Lea Brüggemann
Lea Brüggemann
3 Min
Blick auf die Hafeneinfahrt bei Santiago de Cuba

Blick auf die Hafeneinfahrt bei Santiago de Cuba

© Tom Norring/imago

Seit dem 4. Februar haben die US-Marine und die US-Luftwaffe nach einer CNN-Analyse von Daten des Portals FlightRadar24 mindestens 25 Aufklärungsflüge in der Nähe Kubas durchgeführt. Eingesetzt wurden sowohl bemannte Flugzeuge als auch Drohnen, die meisten Einsätze fanden in der Nähe der größten Städte Havanna und Santiago de Cuba statt, einige näherten sich der Küste bis auf rund 65 Kilometer.

Den Großteil der Missionen bestritten Seeaufklärer vom Typ P-8A Poseidon. Ergänzt wurden sie durch Maschinen vom Typ RC-135V Rivet Joint, die auf das Abfangen elektronischer Signale spezialisiert sind, sowie durch Höhenaufklärungsdrohnen vom Typ MQ-4C Triton. Vor Februar waren öffentlich sichtbare Flüge dieser Art in der Region äußerst selten, so CNN.

In den Wochen vor Beginn der Flugserie verschärfte Trump seine Rhetorik gegenüber Kuba. Er teilte auf Truth Social einen Beitrag des Fox-News-Kommentators Marc Thiessen, wonach Trump noch in seiner Amtszeit ein „freies Havanna“ besuchen werde. Wenige Tage später ordnete er eine Ölblockade der Insel an, so CNN. Inzwischen hat seine Regierung die Sanktionen gegen Kuba ausgeweitet und stuft das Land als Gefahr für die nationale Sicherheit der USA ein.

Kubanische Regierungsvertreter weisen den Vorwurf zurück. Sie zeigen sich nach eigenen Angaben gesprächsbereit, kündigen für den Fall eines US-Angriffs aber einen langwierigen Guerillakrieg an. Das Pentagon wollte die Erkenntnisse nicht kommentieren.

Bekanntes Muster vor Militäreinsätzen

Ähnliche Abläufe gab es vor den Operationen gegen Venezuela und Iran. Nachdem Trump am 2. September einen ersten US-Schlag gegen ein mutmaßliches Drogenboot in der Karibik angekündigt und den damaligen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro beschuldigt hatte, begannen eine Woche später öffentlich nachvollziehbare Aufklärungsflüge vor der Küste Venezuelas, das berichtet CNN. Sie hielten – mit einer Pause im Oktober und November – bis kurz vor der Festnahme Maduros am 3. Januar in seinem Komplex in Caracas durch US-Spezialkräfte an. Vor den gemeinsamen US-israelischen Schlägen gegen Iran überwachten dieselben Flugzeugtypen die südliche Küste des Landes.

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Laut dem auf X aktiven Konto Falcon Eyes, das militärischen Flugverkehr beobachtet, ordnet sich der Einsatz eines RC-135V mit der Hecknummer 64-14841 am 4. Februar in die Operation „Southern Spear“ ein, die sich gegen Drogennetzwerke und den Sicherheitsapparat in Kuba richten soll. Die Maschine flog dem Bericht zufolge ab etwa 18.33 Uhr Ortszeit über internationale Gewässer parallel zur Nordküste Kubas und drehte auf Höhe Pinar del Río Richtung Florida ab.

Die RC-135V Rivet Joint, ein umgebauter Boeing-Jet, kann elektromagnetische Signale in Echtzeit abfangen, auswerten und orten – von Mobilfunkgesprächen bis zu Radaremissionen. Die Reichweite des Flugzeugs liegt nach Angaben der US-Luftwaffe bei rund 6500 Kilometern, mit Luftbetankung sind längere Einsätze möglich.

Auffällig ist, dass die Flugzeuge ihre Standortsignale nicht abschalteten, obwohl dies technisch möglich wäre. Beobachter werten dies laut CNN als bewusstes Signal an Havanna.

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