Onlineshopping

BSI-Bericht: Zahl der Cyberkriminalitäts-Opfer in Deutschland steigt deutlich

Mehr als die Hälfte der Bürger hält das Risiko, Opfer von Cyberkriminalität zu werden, für gering. Gleichzeitig steigt die Zahl der tatsächlich Betroffenen an.

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Gerade die jüngste und die älteste Altersgruppe halten das Risiko, Opfer von Cyberkriminalität zu werden, für besonders gering.

Gerade die jüngste und die älteste Altersgruppe halten das Risiko, Opfer von Cyberkriminalität zu werden, für besonders gering.

© Philip Dulian/dpa

Die Zahl der Menschen in Deutschland, die Opfer von Straftaten im Internet werden, ist deutlich gestiegen. Gleichzeitig schützen sich viele Nutzer nur unzureichend, wie aus einer neuen Befragung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hervorgeht.

Elf Prozent der Befragten waren in den vergangenen zwölf Monaten von Online-Kriminalität betroffen, wie das BSI am Montag in seinem Cybersicherheitsmonitor 2026 mitteilte. Im Vorjahr lag der Wert noch bei sieben Prozent. Am häufigsten berichteten die Betroffenen von Betrug beim Onlineshopping (22 Prozent), gefolgt von Fremdzugriffen auf Online-Konten (14 Prozent), Betrug beim Onlinebanking (13 Prozent) und Phishing-Angriffen (zwölf Prozent).

Zehn Prozent gaben an, Opfer von Identitätsdiebstahl geworden zu sein, acht Prozent von sogenanntem Love-Scamming. Dabei werden Opfer mit vorgetäuschter Zuneigung dazu gebracht, Geld zu überweisen.

BSI: Sorgloser Umgang mit Schutzmaßnahmen

Beim Schutzverhalten beobachtet das BSI nach eigenen Angaben einen „leichten Trend zu mehr Sorglosigkeit“. Nur 14 Prozent informieren sich regelmäßig über Cybersicherheit, 24 Prozent „eigentlich nie“. Bekannt sind den Befragten vor allem starke Passwörter (55 Prozent) und Antivirenprogramme (54 Prozent). Die Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen 40 Prozent, passwortloses Anmelden, etwa über Passkeys, 21 Prozent.

Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) hält das eigene Risiko, Opfer von Cyberkriminalität zu werden, für gering. Besonders sorglos zeigen sich die Jüngsten zwischen 16 und 22 Jahren (63 Prozent) sowie die über 69-Jährigen (64 Prozent). Als Gründe für den Verzicht auf Schutzmaßnahmen nannten 27 Prozent ein bereits bestehendes Sicherheitsgefühl, jeweils 23 Prozent empfanden die Maßnahmen als zu kompliziert oder fühlten sich überfordert.

Opfer erleiden finanzielle und emotionale Schäden

88 Prozent der Betroffenen berichteten von einem bleibenden Schaden. Ein Drittel erlitt finanzielle Verluste, 29 Prozent verloren das Vertrauen in Onlinedienste, 20 Prozent nannten emotionale Folgen wie Kränkung oder Angst.

BSI-Präsidentin Claudia Plattner forderte, Cybersicherheit müsse „im Alltag von Verbraucherinnen und Verbrauchern einfacher, präsenter und verständlicher werden“. Zugleich dürfe die Verantwortung nicht allein bei den Nutzern liegen: „Hersteller und Anbieter digitaler Geräte und Anwendungen müssen sichere Produkte und Dienste zum Standard machen.“ Für den Cybersicherheitsmonitor befragte das BSI vom 6. bis 12. Januar bundesweit 3060 Menschen ab 16 Jahren.

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