Ein Kartenhaus ist eine fragile Konstruktion, ein sehr instabiles Gebilde, das schon bei einer geringen Erschütterung zusammenfallen kann. Das Wort „Kartenhaus“ steht auch für Traumbild und Irrationalität, für Einbildung und Illusion. Doch an diesem Kartenhaus wird seit vier Jahren, seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, in Berlin und Brüssel kräftig gebaut. Das Kartenhaus heißt Bellizismus und alle wollen mitspielen. Das Kartenhaus soll immer höher werden, aber es wackelt bereits bedenklich. Die Statik stimmt nicht, kann auch nicht stimmen, weil es im Kriegsgelände keine Stabilität gibt, aber im Bellizismus werden immer neue Karten draufgelegt.
Geopolitik
Friedensverhandlungen mit Russland: Das Kartenhaus der Ukraine-Politik und der deutsche Bellizismus
Putins Vorschlag, Schröder als Vermittler einzusetzen, offenbart die Ideenlosigkeit der Verweigerer. Europa braucht einen Gesprächskanal nach Moskau. Ein Gastbeitrag.
Michael Müller
Reiner Braun
8 Min
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Die Debatte über Waffenlieferungen und „Kriegstüchtigkeit“ verdrängt nach Ansicht unserer Autoren die Frage, wie ein politischer Weg zu Verhandlungen mit Russland eröffnet werden kann.
© Celestino Arce Lavin/imago
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