Am Mittwoch lagen die Ölpreise im frühen Handel weiter über 100 Dollar je Barrel. Die europäische Referenzsorte Brent kostete im frühen Handel 106,95 Dollar je Barrel, die US-Referenzsorte WTI 101,52 Dollar, wie Reuters meldete. Am Dienstag waren die Preise um mehr als drei Prozent gestiegen, nachdem die Aussichten auf einen dauerhaften Waffenstillstand zwischen den USA und Iran geschwunden waren.
Beide Sorten notieren seit den US- und israelischen Angriffen auf Iran Ende Februar und der anschließenden Schließung der Straße von Hormus durch Teheran überwiegend bei oder über 100 Dollar je Barrel.
Hintergrund der aktuellen Entwicklung am Rohstoffmarkt ist der am Dienstag veröffentlichte Kurzfristausblick der US-Energiebehörde EIA. Die EIA rechnet damit, dass die Schiffsroute für Rohöl und Flüssigerdgas am Persischen Golf vorerst geschlossen bleibt und der Schiffsverkehr dort ab Ende Mai oder Anfang Juni langsam wieder anläuft.
Im April fielen im Irak, Saudi-Arabien, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar und Bahrain zusammen 10,5 Millionen Barrel Rohöl pro Tag aus. Im Mai dürfte der Ausfall laut EIA auf 10,8 Millionen Barrel pro Tag steigen, weil der Iran seine Förderung wegen der US-Exportblockade drosseln muss. Im April hatte die Behörde den Höchstwert noch bei 9,1 Millionen Barrel pro Tag gesehen.
Stärkerer Rückgang der Ölvorräte erwartet
Die EIA geht nun davon aus, dass die weltweiten Ölvorräte 2026 im Schnitt um 2,6 Millionen Barrel pro Tag schrumpfen. Für das zweite Quartal rechnet die Behörde mit einem deutlich stärkeren Rückgang von 8,5 Millionen Barrel pro Tag.
Für die europäische Referenzsorte Brent erwartet die US-Behörde im Mai und Juni einen Preis von rund 106 Dollar je Barrel. Im vierten Quartal rechnet sie mit 89 Dollar. Bleibt die Meerenge einen Monat länger geschlossen, läge der Preis laut EIA kurzfristig rund 20 Dollar höher.
Die EIA erwartet für 2026 nur noch einen Anstieg der weltweiten Ölnachfrage um 200.000 Barrel pro Tag. Bisher hatte sie mit 600.000 Barrel pro Tag gerechnet. Als Grund nennt die Behörde die höheren Preise, die den Verbrauch bremsen.
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