Energiekrise

Seeblockade gegen Iran: US-Marine stoppt Tanker für Vietnam

An Bord sind fast zwei Millionen Barrel irakisches Rohöl. Die Ladung soll eine Raffinerie in Vietnam für rund zehn Tage versorgen.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Die US-Marine überwacht im Arabischen Meer die Blockade gegen Schiffe von und zu iranischen Häfen.

Die US-Marine überwacht im Arabischen Meer die Blockade gegen Schiffe von und zu iranischen Häfen.

© Us Navy/imago

Die US-Marine hat einen Supertanker mit zwei Millionen Barrel irakischem Rohöl auf dem Weg nach Vietnam gestoppt. Das Schiff „Agios Fanourios I“ unter maltesischer Flagge musste Montag im Golf von Oman umkehren, einen Tag nachdem es die Straße von Hormus durchquert hatte. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag unter Berufung auf ein Schreiben des vietnamesischen Ölunternehmens PVOIL.

Konzern warnt vor Versorgungsengpass

Die zum staatlichen Energiekonzern Petrovietnam gehörende PVOIL bat die US-Marine in dem Schreiben, den Tanker zur Raffinerie Nghi Son in Vietnam weiterfahren zu lassen. „Diese Ladung ist von äußerster Bedeutung für die Raffinerie Nghi Son, für die Sozialistische Republik Vietnam und für das vietnamesische Volk“, zitiert Reuters den stellvertretenden PVOIL-Vorstand Hoang Dinh Tung. Die Vorräte der Raffinerie seien sehr knapp. Eine weitere Verzögerung könne den Betrieb stoppen und Millionen Verbraucher, Unternehmen und öffentliche Dienste treffen.

Centcom, das für den Nahen Osten zuständige Oberkommando der US-Streitkräfte, bestätigte gegenüber Reuters, die Marine habe das Schiff im Rahmen der Blockade gegen den Iran umgeleitet. Sie solle Fahrten von und zu iranischen Häfen unterbinden. Ob die US-Marine den Tanker nach Vietnam weiterfahren lässt, blieb zunächst offen.

Der US-israelische Krieg gegen den Iran hat den Verkehr durch die Straße von Hormus, durch die unter normalen Bedingungen rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gasangebots transportiert wird, weitgehend zum Erliegen gebracht. Hunderte Handelsschiffe stecken fest.

Ladung stammt aus dem Irak

PVOIL erklärte laut Reuters, die Ladung bestehe aus irakischem Basra-Rohöl. Es sei vom staatlichen irakischen Vermarkter SOMO verkauft und zwischen dem 10. und 14. April geladen worden. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim, auf die sich Reuters beruft, hatte der Tanker beim Passieren der Straße von Hormus die vom Iran ausgewiesene Tankerroute genutzt.

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Die Hongkonger Zeitung South China Morning Post berichtete am Mittwoch, das Schiff werde von der Athener Reederei Eastern Mediterranean Maritime betrieben. Es habe genau dort gewendet, wo die US-Blockade beginne. Die Raffinerie Nghi Son verarbeitet 200.000 Barrel pro Tag. Die Ladung würde den Betrieb für rund zehn Tage sichern.

Die USA haben ihre gegen Iran gerichtete Seeblockade nach Reuters-Angaben auch auf Ladungen ausgeweitet, die Washington als Schmuggelware einstuft. Öllieferungen aus anderen Golfstaaten hatte die US-Regierung zuvor von der Blockade ausgenommen.

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