Paläontologie

So schwer wie sieben Elefanten: Neuer Riesensaurier in Thailand entdeckt

27 Meter lang, 27 Tonnen schwer: In Thailand haben Forscher einen bislang unbekannten Sauropoden identifiziert. Der Nagatitan ist der größte je in Südostasien entdeckte Dinosaurier.

3 Min
In der thailändischen Region Chaiyaphum wurden die Fossile des Nagatitan an einem Teich gefunden.

In der thailändischen Region Chaiyaphum wurden die Fossile des Nagatitan an einem Teich gefunden.

© Decha Photography

Wissenschaftler haben in Thailand eine neue Art eines langhalsigen Pflanzenfressers identifiziert. Der etwa 27 Meter lange und rund 27 Tonnen schwere Saurier mit dem Namen Nagatitan Chaiyaphumensis ist der größte bislang in Südostasien nachgewiesene Dinosaurier.

Ein internationales Forschungsteam aus Großbritannien und Thailand stellte die neue Art im Nature-Fachjournal Scientific Reports vor. Der Pflanzenfresser lebte demnach vor etwa 100 bis 120 Millionen Jahren in der späten Unterkreide und gehörte zur Gruppe der Sauropoden – langhalsiger Riesendinosaurier. Sein Gewicht entspricht dem von rund neun ausgewachsenen Asiatischen Elefanten.

Der Name setzt sich aus „Naga“ – einer schlangenartigen Gestalt aus südostasiatischen Mythen – und dem griechischen „Titan“ zusammen. Der Zusatz „chaiyaphumensis" verweist auf die Provinz Chaiyaphum im Nordosten Thailands, wo die Knochen entdeckt wurden.

Fund am Rand eines Dorfteichs

Erste Fossilien hatte ein Anwohner bereits im Jahr 2016 an einem Gemeinschaftsteich gefunden, als der Wasserstand in der Trockenzeit niedrig war. Die Ausgrabungen liefen zunächst bis zum Jahr 2019, bevor Geldmangel die Arbeiten unterbrach. Erst 2024 konnten die Funde mit neuer Finanzierung vollständig geborgen werden, wie Hauptautor Thitiwoot Sethapanichsakul vom University College London (UCL) dem US-Sender NPR sagte.

Geborgen wurden unter anderem mehrere Rücken- und Kreuzbeinwirbel, Rippen, ein Oberarm-, ein Becken- sowie ein nahezu vollständiger Oberschenkelknochen. Allein der vordere Beinknochen misst laut BBC fast zwei Meter. Anhand der Größe und Lage der Knochen gehen die Forscher davon aus, dass sie zu einem einzigen Tier gehören.

„Letzter Titan“ Thailands

Es handelt sich um die 14. in Thailand benannte Dinosaurierart. Laut der Paläontologin Sita Manitkoon von der Mahasarakham-Universität verfügt das Land über eine hohe Vielfalt an Dinosaurierfossilien und zähle in Asien zu den fundreichsten Regionen, wie die BBC berichtet.

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Sethapanichsakul bezeichnete den Fund als „letzten Titan“ Thailands. Die Gesteinsschicht, in der die Knochen lagen, sei die jüngste dinosaurierführende Formation des Landes. Spätere Schichten seien geprägt von einem flachen Meer – weitere Funde großer Sauropoden in Südostasien seien daher kaum zu erwarten, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.

Klimawandel begünstigte Riesenwuchs

Innerhalb der weltweit bekannten Sauropoden ordnete Sethapanichsakul den Nagatitan im „oberen Mittelfeld“ ein. In den darauffolgenden Jahrmillionen seien in China, Südamerika und Afrika noch deutlich größere Vertreter aufgetreten – mit Gewichten von bis zu 70 Tonnen. Der Nagatitan stehe am Beginn dieser Entwicklung hin zu solchen Riesen.

Co-Autor Paul Upchurch vom UCL sagte Reuters, die hohen Temperaturen jener Epoche dürften das pflanzliche Nahrungsangebot beeinflusst haben, von dem die großen Pflanzenfresser abhingen. Mit dem Anstieg der globalen Temperaturen breiteten sich savannenartige Lebensräume aus, die große Pflanzenfresser begünstigten.

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