Im Fall eines Wahlsiegs bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt plant die AfD nach eigenen Angaben, eine dreistellige Zahl von Stellen in der Landesverwaltung neu zu besetzen. Das berichtet die Mitteldeutsche Zeitung in ihrer Freitagausgabe. „Hier scheint eine Zahl von 150 bis 200 Stellen realistisch“, sagte AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund dem Blatt.
Betroffen wären demnach nicht nur Posten für mögliche Minister, Staatssekretäre und deren Stäbe. Auch Leitungspositionen auf der Arbeitsebene der Ministerien sowie Chefposten in weiteren Landesbehörden sollen neu besetzt werden. Hintergrund sei die Sorge, dass die Umsetzung der eigenen Regierungspolitik im Beamtenapparat behindert werden könnte.
AfD will sich auf landeseigene Gesellschaften konzentrieren
Siegmund betonte gegenüber der Zeitung, nach seiner Einschätzung könne „auf viele Abteilungs- und Referatsleiter“ in den Ministerien gesetzt werden. „Wenn jedoch versucht werden sollte, unsere Arbeit aktiv zu blockieren, müssen wir natürlich Maßnahmen ergreifen“, sagte er. Große Teile der mittleren Ebene seien nicht politisch besetzt. „Grundsätzlich reichen wir jedem die Hand, egal welcher politischen Couleur“, erklärte Siegmund.
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Die Pläne der Partei beschränken sich laut Siegmund nicht auf die Ministerien. „Unser Blick richtet sich natürlich nicht nur auf die Landesverwaltung, sondern auch auf landeseigene Gesellschaften“, sagte er der Mitteldeutschen Zeitung. Als Beispiel nannte er die Landesenergieagentur, die er abschaffen wolle.
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt findet am 6. September 2026 statt. Nach einer aktuellen Umfrage des Instituts Insa im Auftrag des Nachrichtenportals Nius käme die AfD auf 42 Prozent der Stimmen und wäre damit klar stärkste Kraft. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze läge mit 24 Prozent auf Platz zwei, gefolgt von der Linken mit 13 Prozent und der SPD mit sechs Prozent. Grüne, BSW und FDP würden den Einzug in den Landtag der Umfrage zufolge verpassen.
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