Militär

„Wären dazu bereit“: Mercedes-Chef erwägt Einstieg in Rüstungsindustrie

Ola Källenius zeigt sich offen für eine n Einstieg des Autobauers in die Rüstungsproduktion. Europa müsse seine Verteidigungsfähigkeit ausbauen.

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Ola Källenius hält einen Einstieg von Mercedes Benz in die Rüstungsindustrie für möglich.

Ola Källenius hält einen Einstieg von Mercedes Benz in die Rüstungsindustrie für möglich.

© Bernd Weißbrod/dpa

Der deutsche Autobauer Mercedes-Benz erwägt offenbar einen Einstieg in die Rüstungsproduktion. Ein solcher Schritt müsse jedoch wirtschaftlich sinnvoll sein, sagte Konzernchef Ola Källenius dem Wall Street Journal.

„Die Welt ist unberechenbarer geworden, und ich denke, es ist völlig klar, dass Europa seine Verteidigungsfähigkeit ausbauen muss“, erklärte Källenius. „Sollten wir dabei eine positive Rolle spielen können, wären wir dazu bereit“.

Mercedes-Chef: Rüstung kann wachsende Nische ausmachen

Der Rüstungsbereich werde im Vergleich zum Autogeschäft nur einen kleinen Anteil ausmachen, könne aber eine wachsende Nische sein, die zum Geschäftsergebnis beitrage, sagte der Manager weiter. Mercedes sei außerordentlich gut darin, „hochwertige Präzisionsmaschinen in großen Stückzahlen zu bauen“.

Mercedes
ist bereits im Verteidigungssektor aktiv. Der Hersteller hatte 2021 seine Lkw-Sparte ausgegliedert, blieb aber größter Anteilseigner der Daimler Truck Holding, die auch Lastkraftwagen für militärische Zwecke produziert. Zudem wird der Geländewagen der G-Klasse als Militärfahrzeug angeboten.

Angesichts steigender Militärausgaben in Europa rückt die Rüstungsindustrie zunehmend als mögliches Wachstumsfeld in den Fokus deutscher Autobauer. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte Ende April berichtet, dass Volkswagen mit dem israelischen Rüstungskonzern Rafael Advanced Systems, dem Hersteller des Flugabwehrsystems Iron Dome, über die Umrüstung des Werks in Osnabrück für die Produktion von Raketenabwehrsystemen verhandele. VW selbst wies Pläne zum Bau von Waffen zurück.

Anfang der Woche hatte zudem der Rüstungskonzern Rheinmetall eine Partnerschaft mit der Deutschen Telekom zur Entwicklung eines Drohnen-Abwehrschilds angekündigt. Auch in den USA will die Regierung laut Wall Street Journal Autobauer wie Ford und General Motors stärker in die Rüstungsproduktion einbinden, um Munitionslager wieder aufzufüllen.

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