Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda zu einer „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ erklärt. Dies teilte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Sonntag auf X mit.
Ebola ist eine Krankheit, die oft tödlich verläuft. Laut WHO lag die Sterblichkeit bei früheren Ausbrüchen zwischen 25 und 90 Prozent. Bei dem aktuellen Ausbruch wurde laut WHO das Bundibugyo-Virus nachgewiesen, eine seltene Variante des Ebola-Erregers, gegen die es laut AP bislang keine zugelassenen Medikamente oder Impfstoffe gibt.
„Daher gilt dieses Ereignis als außergewöhnlich“, teilte die WHO mit. Es handelt sich laut AP erst um den dritten dokumentierten Ausbruch dieser Variante. Eine Notstandserklärung der WHO soll Geberorganisationen und Länder laut AP zum Handeln bewegen.
Mehrheit der Fälle im Osten Kongos
Nach WHO-Angaben wurden Stand 16. Mai in der kongolesischen Provinz Ituri acht laborbestätigte Fälle, 246 Verdachtsfälle und 80 Todesfälle mit Verdacht auf eine Infektion registriert, verteilt auf mindestens drei Gesundheitszonen. Die Gesundheitsbehörde Africa Centres for Disease Control and Prevention sprach am Samstag von 336 Verdachtsfällen und 87 Toten, wie AP berichtet. Unter den Opfern seien mindestens vier Beschäftigte im Gesundheitswesen, was auf Übertragungen in medizinischen Einrichtungen hinweise, teilte die WHO mit.
Zwei laborbestätigte Fälle wurden den Angaben zufolge in der ugandischen Hauptstadt Kampala festgestellt, beide bei Reisenden aus dem Kongo. Auch in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa wurde ein Fall bei einem Rückkehrer aus Ituri bestätigt.
Unsicherheit über tatsächliches Ausmaß
„Zurzeit bestehen erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich der tatsächlichen Anzahl der Infizierten und der geografischen Ausbreitung“, hieß es in einer WHO-Mitteilung. Die hohe Positivrate der ersten Proben deuteten auf einen möglicherweise deutlich größeren Ausbruch hin als bisher erfasst, hieß es.
Die WHO ruft Nachbarländer zu erhöhter Wachsamkeit auf, rät aber ausdrücklich von Reise- und Handelsbeschränkungen ab. Solche Maßnahmen hätten keine wissenschaftliche Grundlage, verlagerten Personenbewegungen an unkontrollierte Grenzübergänge und „erhöhen so das Risiko der Krankheitsausbreitung“. Der Ausbruch der Krankheit erfülle nicht die „Kriterien eines Pandemienotstands“.
Neuer Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo – Todesfall in Uganda
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