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Iran-Krieg trifft Wohnungsmarkt in den USA und Europa: Preise steigen sprunghaft

Die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs erreichen die Wohnungsmärkte. Hypotheken verteuern sich spürbar – obwohl die Notenbanken ihre Leitzinsen bislang nicht angehoben haben.

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Die aufgrund des Krieges im Nahen Osten steigenden Preise erreichen den Immobilienmarkt.

Die aufgrund des Krieges im Nahen Osten steigenden Preise erreichen den Immobilienmarkt.

© imago

Die Kosten für Baufinanzierungen sind in den USA und Europa zuletzt offenbar sprunghaft gestiegen. Auslöser seien die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs im Nahen Osten, die zunehmend auf die Wohnungsmärkte durchschlügen, berichtete die Financial Times. Die Notenbanken hätten ihre Leitzinsen zwar nicht erhöht, doch reagierten die Kreditgeber auf gestiegene Refinanzierungskosten der Staaten und auf die Erwartung, dass die Zinsen zur Eindämmung der Inflation letztlich angehoben werden müssten.

Zur Erklärung: Auch wenn die Notenbanken ihre Leitzinsen nicht angehoben haben, orientieren sich Hypothekenzinsen vor allem an den Renditen langlaufender Staatsanleihen. Diese gelten als Maßstab für die Refinanzierungskosten der Banken – also für die Zinsen, zu denen sich Kreditinstitute selbst am Kapitalmarkt Geld beschaffen. Steigen also die Renditen von US-Staatsanleihen, Bundesanleihen oder britischen Gilts, verteuert sich auch die Refinanzierung der Banken.

Genau das geschieht derzeit infolge des Iran-Kriegs: Die Blockade der Straße von Hormus, durch die zuvor rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls verschifft wurde, treibt die Ölpreise nach oben und schürt die Erwartung einer wieder anziehenden Inflation. Anleger verlangen deshalb höhere Zinsen für Staatsanleihen. Diese gestiegenen Kosten reichen die Banken über höhere Hypothekenzinsen an ihre Kunden weiter – unabhängig davon, ob Federal Reserve, EZB oder Bank of England ihre Leitzinsen verändern.

Folge: Hypothekenkosten steigen

In den USA stieg nun der Zinssatz für die als Branchenstandard geltende 30-jährige Hypothek laut Financial Times auf 6,36 Prozent. Damit liege er höher als im September 2025, bevor die US-Notenbank Federal Reserve drei Zinssenkungen um jeweils einen Viertelpunkt vorgenommen hatte.

Im Euroraum legten die Hypothekenzinsen dem Bericht zufolge etwa in Deutschland um rund 0,3 Prozentpunkte zu. Der Zins für ein beliebtes Darlehen mit zehnjähriger Bindung kletterte nach Daten des Makler-Unternehmens Dr. Klein auf etwa 3,6 Prozent. Für einen neuen Kredit über 350.000 Euro bedeute das jährliche Mehrkosten von rund 1000 Euro, insgesamt etwa 13.000 Euro Zinsen pro Jahr.

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„Die Zinsen sind innerhalb weniger Wochen stark gestiegen“, sagte Florian Pfaffinger, Mitglied im Expertenrat von Dr. Klein, der FT. Der Markt sei „verunsichert“. Manche Käufer versuchten, ihre Finanzierung noch vor weiteren Erhöhungen abzuschließen. Am stärksten zogen die Zinsen dem Bericht zufolge in Großbritannien an: Der durchschnittliche Satz für eine zweijährige Festzinshypothek mit 75 Prozent Beleihungsauslauf kletterte von 3,97 Prozent Ende Februar auf 5,1 Prozent im April.

Straße von Hormus als Treiber: Warnung vor Stagflation

Sollte die Meerenge weiter eingeschränkt befahrbar bleiben, dürften die Hypothekenzinsen weiter steigen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Investoren und Ökonomen.

„Das Risiko einer Fehlkalkulation zwischen Trump und der iranischen Führung steigt“, sagte der Ökonom John Muellbauer von der Universität Oxford der FT. Eine Eskalation würde „in eine ernste Stagflation führen“. Als Stagflation bezeichnen Ökonomen eine Phase, in der eine schwache oder schrumpfende Wirtschaftsleistung mit hoher Inflation zusammenfällt – eine Kombination, die Notenbanken vor besondere Probleme stellt, weil Zinserhöhungen zur Inflationsbekämpfung die Konjunktur zusätzlich bremsen.

Verkaufsprognose in USA deutlich gesunken

In den USA verschärfen die höheren Zinsen laut FT eine ohnehin angespannte Lage am Wohnungsmarkt. Bradley Saunders von Capital Economics sagte der Zeitung, der Markt werde bei Hypothekenzinsen über sechs Prozent kaum Schwung aufnehmen.

Wie das Finanzportal Benzinga unter Verweis auf die „National Association of Realtors“ berichtete, senkte der US-Maklerverband seine Prognose für das Wachstum der Hausverkäufe 2026 von 14 auf 4 Prozent. Die Verkäufe bestehender Häuser fielen im März auf den niedrigsten Stand seit neun Monaten. Verbandschefökonom Lawrence Yun verwies laut Benzinga auf die angespannte Erschwinglichkeit und die schwächere Verbraucherstimmung.

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