Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt vor einer aktuellen Betrugswelle, bei der Kriminelle gefälschte E-Mails im Namen des Rundfunkbeitragsservices verschicken. Die Empfänger werden darin aufgefordert, kurzfristig 55,08 Euro per Sofort-Überweisung zu zahlen. Die Verbraucherschützer raten, auf keinen Fall auf die Nachrichten zu reagieren und kein Geld zu überweisen.
Die betrügerischen Schreiben sind nach Angaben der Verbraucherzentrale auf den ersten Blick schwer von echten Aufforderungen zu unterscheiden. Sie enthalten eine erfundene Beitragsnummer, beginnen mit der unpersönlichen Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ und behaupten, die Zahlungsfristen hätten sich geändert. Als zusätzlicher Anreiz werden angebliche Rabatte bei einer Vorauszahlung über sechs oder zwölf Monate in Aussicht gestellt.
Rabatte sind das zentrale Warnsignal
Genau diese Rabattversprechen sind laut Verbraucherzentrale ein verlässliches Indiz für einen Betrugsversuch. Beim tatsächlichen Rundfunkbeitrag gibt es keine Preisnachlässe für eine vorzeitige Zahlung. Wer eine entsprechende Aufforderung per E-Mail erhält, kann demnach davon ausgehen, dass es sich um eine Fälschung handelt.
Auch die geforderte Zahlungsmethode ist Teil der Masche: Die Kriminellen bestehen auf einer Sofort-Überweisung, die im Nachhinein nicht zurückgeholt werden kann. Das überwiesene Geld ist damit endgültig verloren. Die in den Mails angegebene Bankverbindung verweist zwar auf eine deutsche IBAN, das zugehörige Konto wurde laut Verbraucherzentrale jedoch bei einem spanischen Kreditinstitut mit Niederlassung in Deutschland eröffnet. Mit dem Beitragsservice von ARD und ZDF habe diese Verbindung nichts zu tun.
Absenderadresse entlarvt die Fälschung
Ein verlässliches Erkennungsmerkmal ist nach Angaben der Verbraucherschützer die Absenderadresse. Auch wenn als Absendername „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“ angezeigt wird, endet die tatsächliche E-Mail-Adresse nicht auf „@rundfunkbeitrag.de“. Bei Unsicherheit empfiehlt die Verbraucherzentrale, direkt beim Beitragsservice nachzufragen; die Kontaktdaten finden sich auf der offiziellen Webseite.
Um derartigen Betrugsversuchen vorzubeugen, rät der Beitragsservice grundsätzlich zur Zahlung per SEPA-Lastschrift. Bei diesem Verfahren werden die Beträge automatisch eingezogen, Änderungen werden direkt berücksichtigt – und Beitragszahler sind so vor gefälschten Zahlungsaufforderungen geschützt.
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