Bei ihrem Treffen in Peking haben Kremlchef Wladimir Putin und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping die Bedeutung ihrer wirtschaftlichen Zusammenarbeit hervorgehoben. Während Putin Russland als verlässlichen Energielieferanten anpries, drang Xi zudem auf ein rasches Ende des Krieges im Nahen Osten.
Putin sagte nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur zum Auftakt der Gespräche in der Großen Halle des Volkes, Russland behalte „vor dem Hintergrund der Krise im Nahen Osten“ seine Rolle als zuverlässiger Rohstofflieferant bei, während China als verantwortungsbewusster Abnehmer auftrete. Die Energiekooperation sei die „Lokomotive“ der russisch-chinesischen Zusammenarbeit. Nach Moskauer Regierungsangaben lieferte Russland 2025 rund 101 Millionen Tonnen Erdöl und 49 Milliarden Kubikmeter Erdgas nach China.
Die Schließung der Straße von Hormus soll nach Informationen von Bloomberg die Sorge um die Energieversorgung in Asien erhöht und damit Pekings Interesse an langfristigen russischen Gaslieferungen verstärkt haben.
China, Peking: Der russische Präsident Wladimir Putin, Mitte rechts, und der chinesische Präsident Xi Jinping, Mitte links, nehmen an einem bilateralen Treffen in der Großen Halle des Volkes teil.
© Maxim Shemetov/Pool Reuters/AP
Trotz „ungünstiger äußerer Faktoren“ zeige der bilaterale Handel eine gute Dynamik und liege seit Jahren über 200 Milliarden US-Dollar, sagte Putin laut der Nachrichtenagentur AFP. Er lud Xi zu einem Gegenbesuch im Jahr 2027 nach Russland ein. Beide Staatschefs vereinbarten zudem die Verlängerung des Vertrags über gute Nachbarschaft, Freundschaft und Zusammenarbeit aus dem Jahr 2001, wie die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete und die russische Agentur Interfax bestätigte.
Xi fordert Ende der Kampfhandlungen
Auch der Iran-Krieg kam in Peking zur Sprache. Xi nannte ein vollständiges Ende des Krieges im Nahen Osten nach Xinhua-Angaben „äußerst dringlich“. Verhandlungen seien besonders wichtig. Eine baldige Beilegung des Konflikts könne Störungen der Energieversorgung, der Lieferketten und der internationalen Handelsordnung verringern, zitierte ihn der chinesische Staatssender CCTV. Die Welt stehe vor der Gefahr, zum Recht des Stärkeren zurückzufallen, sagte Xi nach Angaben staatlicher chinesischer Medien.
Nach einer Einschätzung der Bloomberg-Analysten Alex Kokcharov und Adam Farrar fallen die Interessen beider Seiten in dieser Frage auseinander: Während China auf ungestörte Lieferungen aus der Golfregion angewiesen sei, profitiere Russland von den durch die Sperrung der Straße von Hormus gestiegenen Energiepreisen.
Pipeline-Projekt im Hintergrund
Im Mittelpunkt der noch andauernden Gespräche dürfte auch der geplante Bau der Pipeline „Power of Siberia 2“ von Russland über die Mongolei nach China stehen. Der Vizedekan des Russland-Instituts der Tsinghua-Universität, Wu Dahui, sagte auf der Konferenz „China Energy Week“ laut Bloomberg, Moskau strebe einen Abschluss des Gasliefervertrags bis September an. Angesichts der Meinungsunterschiede zwischen beiden Seiten gilt dies als schwierig. Nach Reuters-Informationen hofft Moskau, dass die Turbulenzen auf den Energiemärkten Peking bei den Verhandlungen über den Gaspreis flexibler machen
Putin war am Dienstagabend in Peking eingetroffen, wenige Tage nach dem Besuch von US-Präsident Donald Trump. Begleitet wird er laut Interfax von einer Delegation aus stellvertretenden Ministerpräsidenten, Ministern sowie den Chefs großer Staatskonzerne und Banken, darunter Gazprom-Chef Alexej Miller und Rosneft-Chef Igor Setschin.
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