Sicherheitspolitik

USA verzichten vorerst auf Mittelstreckenwaffen in Deutschland

Nato-Oberbefehlshaber Grynkewich stoppt die geplante Verlegung. Auch der Abzug tausender US-Soldaten aus Europa nimmt Gestalt an.

2 Min
Alexus Grynkewich ist US-General und Nato-Oberbefehlshaber.

Alexus Grynkewich ist US-General und Nato-Oberbefehlshaber.

© IMAGO

Die Vereinigten Staaten haben die Pläne für die Stationierung weitreichender Mittelstreckenwaffen in Deutschland vorerst auf Eis gelegt. Das hat der US-General und Nato-Oberbefehlshaber Alexus Grynkewich bestätigt. Die zuvor geplante Verlegung eines sogenannten „Long Range Fires Battalion“ werde nicht beginnen, sagte Grynkewich, der gleichzeitig Befehlshaber des für Europa zuständigen US-Militärkommandos Eucom ist.

Grynkewich erklärte zudem, dass der von US-Präsident Donald Trump angekündigte Abzug von rund 5000 Soldaten aus Europa zu einem beträchtlichen Teil über die Rückkehr eines sogenannten Brigade Combat Teams erfolgen werde.

Zu möglichen weiteren Anpassungen der US-Truppenstärke in Europa sagte der General, kurzfristig erwarte er keine weiteren Ankündigungen. Langfristig sei aber mit weiteren Rückverlegungen zu rechnen, da Europa seine Fähigkeiten und Kapazitäten weiter ausbaue und mehr Verantwortung für die konventionelle Verteidigung übernehme.

Trump rückt von Biden-Plänen ab

Eine Abmachung aus dem Jahr 2024 hatte eigentlich vorgesehen, dass die USA von 2026 an in Deutschland wieder Mittelstreckenwaffen mit konventionellen Sprengköpfen stationieren, die weit bis nach Russland reichen. Darunter sollten Marschflugkörper vom Typ Tomahawk mit einer Reichweite von bis zu 2500 Kilometern sein, Raketen vom Typ SM-6 und neu entwickelte Hyperschallwaffen.

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Zuletzt hatten sich Hinweise verdichtet, dass die Trump-Administration die von der Vorgängerregierung getroffene Absprache nicht einhalten will. Vorausgegangen war ein verbaler Schlagabtausch zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und Trump.

Schlagabtausch mit Merz

Merz hatte bei einer Diskussion mit Schülern gesagt, die USA könnten den Krieg nicht schnell beenden, „weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben“. Trump griff Merz im Anschluss persönlich an und warf ihm vor, keine Ahnung zu haben, wovon er spreche. Danach kündigte er den Abzug von Soldaten aus Deutschland an.

Auf die Frage, ob die USA die 2024 von Präsident Joe Biden zugesagten Tomahawk-Mittelstreckenraketen an Deutschland liefern, sagte Merz wenig später in der ARD: „Wie ich es im Augenblick sehe, gibt es auch aus den USA heraus ganz objektiv kaum eine Möglichkeit, Waffensysteme dieser Art abzugeben.“ (mit dpa)

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