Großevent

Karneval der Kulturen 2026: Route, Programm und Sperrungen zum 30. Jubiläum

Der Karneval der Kulturen zieht Tausende Menschen an. Und er kostet viel Geld. Nicht nur das sorgt für Debatten.

4 Min
Tänzerinnen und Tänzer der Gruppe "Sapucaiu No Samba".

Tänzerinnen und Tänzer der Gruppe "Sapucaiu No Samba".

© Monika Skolimowska

Berlin feiert Pfingsten zum 30. Mal mit dem Karneval der Kulturen. Das viertägige Straßenfest startete am Freitag, dem 22. Mai rund um den Blücherplatz in Kreuzberg und endet am Pfingstmontag. Der Eintritt ist frei. Auf dem Programm stehen Musik, Tanz, Theater, Workshops, Diskussionen sowie ein internationales Speisenangebot. Höhepunkt ist traditionell der große Umzug am Pfingstsonntag.

Route führt erneut durch Friedrichshain

Der Festumzug zieht auch 2026 nicht durch Kreuzberg, sondern durch Friedrichshain. Grund ist eine mehrjährige Baustelle in der Gneisenaustraße. Start ist am heutigen Sonntag, 24. Mai um 13:30 Uhr am S- und U-Bahnhof Frankfurter Allee in Höhe des Ring-Centers. Die rund drei Kilometer lange Strecke verläuft von der Kreuzung Frankfurter Allee/Proskauer Straße über die Karl-Marx-Allee und endet an der Berolinastraße beim Kino International. Die letzte Gruppe setzt sich gegen 19 Uhr in Bewegung. Der Veranstalter empfiehlt die Anreise über den Alexanderplatz.

Insgesamt nehmen 67 Gruppen mit über 4.000 Akteurinnen und Akteuren teil, neun davon erstmals. Unterstützt wird der Umzug von 1.200 Helferinnen und Helfern.

Sperrungen, Halteverbote und Hausordnung

Sowohl in Friedrichshain als auch in Kreuzberg kommt es zu zahlreichen Straßensperrungen und Halteverboten. Eine Übersicht stellt die Verkehrsinformationszentrale Berlin auf viz.berlin.de bereit. Im Vorjahr hatte die Polizei rund 125 Fahrzeuge abgeschleppt; Verstöße ziehen ein Ordnungswidrigkeitsverfahren sowie die Abschleppkosten nach sich.

Die Hausordnung verbietet unter anderem Fahrräder, E-Scooter, Glasflaschen, alkoholische Getränke, große Taschen und Rucksäcke, Pyrotechnik, Waffen, Drohnen, Megafone sowie nicht genehmigte Fahnen und Transparente. Tiere sind mit Ausnahme von Blindenführhunden untersagt.

Erstmals Spendendosen beim Karneval

Zum Jubiläum bittet der Karneval erstmals um Spenden. Die Finanzierungslücke konnte laut Organisatoren von rund 250.000 auf 85.000 Euro reduziert werden – durch Programmkürzungen und neue Sponsoren. Am Donnerstag fehlten noch knapp 75.000 Euro. Freiwillige werden mit Spendendosen unterwegs sein und Merchandise verkaufen. Berlin unterstützt das Fest mit knapp 1,5 Millionen Euro, etwa auf dem Niveau der Vorjahre. Höhere Löhne und strengere Auflagen treiben die Kosten in die Höhe; rund 85 Prozent fließen nach Angaben der Träger in die Infrastruktur.

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Sicherheitskonzept mit mobilen Wachen

Entlang der Strecke in Friedrichshain und auf dem Straßenfest in Kreuzberg richten die Johanniter mehrere Erste-Hilfe-Stationen ein. Polizei und Ordnungskräfte sind mit mobilen Wachen vor Ort, Sperrelemente an Zufahrts- und Seitenstraßen sollen vor Amokfahrten und Anschlägen schützen.

Im Vorjahr waren laut Polizei rund 1.500 Beamte im Einsatz. Da am Umzug kein zentraler Infostand besteht, verweist der Veranstalter auf seine Website und Social-Media-Kanäle. Beim Straßenfest in Kreuzberg sind ein Infostand sowie Lagepläne vorgesehen.

Hitzige Debatte in öffentlich-rechtlichen Foren

Die Diskussion um das Fest spiegelt sich auch in den Leserkommentaren beim rbb wider, die zwischen Begeisterung und scharfer Ablehnung schwanken. Befürworter wie Nutzer „Berliner“ heben den interkulturellen Dialog und die „transkulturelle Innovation“ hervor; Ronny Henke nennt das Fest eine „wundervolle und wichtige Veranstaltung gegen Hass, Hetze, die AfD“.

Andere Kommentatoren kritisieren die städtische Förderung von 1,5 Millionen Euro angesichts maroder Schulen, Schwimmbäder und Sportstätten. Nutzer „Spandauer“ fragt, warum der Senat zahle, obwohl er sparen müsse. Wiederholt wird der Vorschlag geäußert, das Fest auf das Tempelhofer Feld zu verlegen, um Straßensperrungen und Anwohnerbelastung zu vermeiden.

Unter dem Stichwort Kulturkampf prallen die Lager aufeinander: Nutzerin „Spaßbremsen“ wirft Kritikerinnen und Kritikern „Neid“ und „Langeweile“ vor, Nutzer „Azimut“ spricht von rechtsextremen Kampagnen gegen alles Nicht-Völkische. Auf der Gegenseite wehrt sich „Friedrichshainer“ gegen die pauschale Einordnung jeder Kritik als rechts.

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