Sachsen-Anhalt

Zweitgrößte in Deutschland: Neue Domglocke in Magdeburg enthüllt

Bis zum Mai 2031 sollen nach Angaben von Schulze alle neuen Glocken in den Domtürmen erklingen. Die neue Glocke erinnert an die zerstörten Kirchen im Zweiten Weltkrieg.

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Die Credamus-Glocke wiegt 15 Tonnen.

Die Credamus-Glocke wiegt 15 Tonnen.

© Viktoria Kuehne/epd

Im Magdeburger Dom ist am Pfingstsonntag die 15 Tonnen schwere Bronzeglocke „Credamus“ der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Sie ist nach Angaben des Domglockenvereins die zweitgrößte Glocke Deutschlands und vervollständigt das künftige Geläut der Kathedrale.

Der mitteldeutsche Landesbischof Friedrich Kramer und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) enthüllten die Glocke vor hunderten Gästen. Bis zum Mai 2031 sollen nach Angaben von Schulze alle neuen Glocken in den Domtürmen erklingen. Dann jährt sich die Zerstörung Magdeburgs im Dreißigjährigen Krieg zum 400. Mal.

Glocke erinnert an zu DDR-Zeiten abgerissene Kirchen

Der Guss der „Credamus“ („Lasst uns glauben“) erfolgte am 28. November 2025 in der Glockengießerei Grassmayr im österreichischen Innsbruck. Die Glocke hat den Schlagton „d0“, einen Durchmesser von nahezu drei Metern und ist 2,55 Meter hoch. Nach Angaben des Glockenvereins ist sie die weltweit größte Bronzeglocke einer evangelischen Kathedrale und nach dem „Dicken Pitter“ im Kölner Dom die zweitgrößte Glocke Deutschlands. Auf ihrer Rückseite zeigt sie Bildnisse von neun Magdeburger Kirchen, die im Zweiten Weltkrieg zerstört oder zu DDR-Zeiten abgerissen wurden. Die Glockenzier stammt vom Thüringer Künstler Gert Weber.

Seit 2018 setzt sich der Domglockenverein für die Wiederherstellung des kompletten Geläuts mit zwölf Glocken ein. Neben der Reparatur einer historischen Glocke wurden acht neue Glocken gegossen. Spender brachten dafür nach Vereinsangaben bislang rund 1,1 Millionen Euro auf. Die Gesamtkosten des Projekts werden laut MDR auf 2,5 Millionen Euro geschätzt. Im nächsten Schritt sollen Klöppel, Joche und Läutevorrichtungen beauftragt werden.

Magdeburger Dom: Schäden aus Zweitem Weltkrieg werden beseitigt

Parallel bereitet die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt als Eigentümerin des Doms die Westtürme für den Einbau vor. Dort müssen zunächst noch Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg beseitigt werden. Spezialbüros hätten Schwingungsgutachten erstellt, sagte Kerstin Steller von der Kulturstiftung dem MDR. Das gesamte Geläut wird rund 42 Tonnen wiegen.

„Glocken zu gießen ist ein schönes Zeichen, ein Friedenszeichen“, sagte Landesbischof Kramer. In Kriegszeiten seien Glocken oftmals zu Kanonen umgegossen worden. Dass für den Magdeburger Dom in acht Jahren acht Bronzeglocken gegossen wurden, sei für ihn als Friedensbeauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschland ein ermutigendes Zeichen.

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