Kremlchef Wladimir Putin beginnt am heutigen Dienstag einen dreitägigen Staatsbesuch in der kasachischen Hauptstadt Astana. Eingeladen wurde er von Kasachstans Präsident Kassym-Jomart Tokajew. Das teilte die kasachische Präsidialverwaltung mit. Parallel finden das Eurasische Wirtschaftsforum sowie ein Gipfeltreffen der Eurasischen Wirtschaftsunion statt.
Im Zentrum der Gespräche stehen nach offiziellen Angaben die strategische Partnerschaft zwischen beiden Ländern sowie Fragen der regionalen Wirtschaftskooperation.
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Kasachstan balanciert zwischen Russland und Westen
Kasachstan gilt als einer der wichtigsten Partner Russlands in Zentralasien. Beide Staaten sind Mitglieder der von Moskau dominierten Eurasischen Wirtschaftsunion sowie des Militärbündnisses OVKS. Seit Beginn des Ukraine-Krieges bemüht sich Präsident Tokajew jedoch sichtbar um mehr außenpolitische Distanz zum Kreml.
Die Regierung in Astana hat Russlands Vorgehen in der Ukraine bislang nicht offiziell unterstützt und die Annexion besetzter ukrainischer Gebiete nicht anerkannt. Tokajew betonte zudem mehrfach, Kasachstan werde westliche Sanktionen gegen Moskau einhalten und nicht bei deren Umgehung helfen. Das sorgte in den vergangenen Jahren wiederholt für Spannungen zwischen beiden Ländern.
Gleichzeitig bleibt Kasachstan wirtschaftlich und geografisch eng an Russland gebunden. Beide Staaten verbindet eine rund 7600 Kilometer lange gemeinsame Grenze. Zudem spielt Kasachstan für Moskau seit den westlichen Sanktionen eine wichtige Rolle als Handels- und Transitkorridor nach Zentralasien und China. Russland versucht zunehmend, Warenströme und Wirtschaftsbeziehungen stärker über Partnerstaaten in Eurasien abzuwickeln.
Russland sucht neue Handelswege
Die Gipfeltreffen in Astana finden in einer Phase statt, in der Russland seine Wirtschaftsbeziehungen nach Asien und Zentralasien massiv ausbaut. Wegen westlicher Sanktionen versucht der Kreml verstärkt, Handels- und Finanzströme über Partnerstaaten wie Kasachstan umzuleiten.
Kasachstan spielt dabei eine wichtige Rolle als Transitland zwischen Russland, China und weiteren asiatischen Märkten. Gleichzeitig achtet die Regierung zunehmend darauf, nicht selbst Ziel westlicher Sekundärsanktionen zu werden.
Neben wirtschaftlichen Themen dürften laut regionalen Medien auch Energieprojekte, Transportkorridore und Fragen der regionalen Sicherheit eine Rolle spielen.
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