Raumfahrt

Mondbasis am Südpol: Nasa konkretisiert Plan bis 2029

Die US-Raumfahrtagentur rückt die Mondoberfläche stärker in den Fokus. Rover, Drohnen und Satelliten sollen die ersten Bausteine liefern.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Die Nasa hat in Washington ihre Pläne für eine Mondbasis am Südpol konkretisiert.

Die Nasa hat in Washington ihre Pläne für eine Mondbasis am Südpol konkretisiert.

© Mandel NGAN/AFP

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat ihre Pläne für eine Mondbasis am Südpol konkretisiert. Nach Angaben der Behörde von Dienstag sind in der ersten Aufbauphase bis 2029 bis zu 25 Missionen vorgesehen, darunter 21 Landungen. Insgesamt sollen vier Tonnen Nutzlast auf die Mondoberfläche gebracht werden. Am selben Tag stellten Nasa-Chef Jared Isaacman und weitere Vertreter der Behörde in Washington die Pläne für eine Basis am Südpol des Erdtrabanten vor.

Die Behörde beschreibt das Vorhaben als langfristige Initiative, mit der eine dauerhafte menschliche Präsenz und mehr Forschung am lunaren Südpol ermöglicht werden sollen.

Nach Nasa-Darstellung soll der Aufbau schrittweise erfolgen. Zu Beginn setzt die Behörde auf robotische Missionen, Techniktests und erste Erprobungen. In der ersten Phase sind unter anderem Rover, vier MoonFall-Drohnen – Flugsonden, die über dem Mond-Südpol Erkundungsdaten sammeln – sowie Kommunikations- und Beobachtungssatelliten vorgesehen. Auch Technik für Energieversorgung, Navigation, Kommunikation und den Betrieb während der langen Mondnacht soll getestet werden.

In der zweiten Aufbauphase plant die Nasa regelmäßige Nachschubflüge und erste bewohnbare Infrastruktur. Für diese Phase nennt sie unter anderem einen Rover mit Druckkabine der japanischen Raumfahrtagentur Jaxa. Mehrzweck-Wohnmodule der italienischen ASI und ein Versorgungsfahrzeug der kanadischen CSA nennt die Nasa für spätere Phasen.

Nasa setzt stärker auf die Mondoberfläche

Zu den geplanten Missionen gehört das unbemannte Mondlandegerät Blue Moon Mark 1 des von Amazon-Gründer Jeff Bezos gegründeten US-Raumfahrtunternehmens Blue Origin. Laut der NASA soll es wissenschaftliche Geräte zum Mond bringen und Technik für spätere Einsätze testen. Für die erste Aufbauphase nennt die Behörde außerdem die Griffin-1-Mission des US-Unternehmens Astrobotic. Sie soll in der Südpolregion des Mondes nahe dem Nobile-Krater landen und Nutzlasten der NASA, der Europäischen Weltraumorganisation ESA, von Venturi Astrolab und von Astrobotic transportieren.

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Für Fahrten auf der Mondoberfläche plant die Nasa bemannte und unbemannte Lunar Terrain Vehicles, also Mondfahrzeuge für Erkundungen, Techniktests und spätere Astronauteneinsätze. Die unbemannten Fahrzeuge sollen nach Nasa-Angaben mindestens ein Jahr lang einsatzfähig sein und mindestens 800 Kilometer zurücklegen können. Die bemannten Fahrzeuge sollen ebenfalls mindestens ein Jahr genutzt werden können und Fahrten über mindestens 900 Kilometer ermöglichen.

Die neue Planung für die Mondbasis steht im Zusammenhang mit einer Neuordnung des Artemis-Programms. Wie das Raumfahrt-Fachportal SpacePolicyOnline berichtet, wurde die geplante Raumstation Gateway im Mondorbit vorerst zurückgestellt, während die Behörde den Schwerpunkt stärker auf die Infrastruktur auf der Mondoberfläche verlegt.

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