In Italien hat am Freitag ein landesweiter Generalstreik den Verkehr beeinträchtigt. Nach Angaben des italienischen Verkehrsministeriums sind unter anderem Luftverkehr, Bahn, öffentlicher Nahverkehr, Schifffahrt, Häfen und Autobahnen betroffen. Zu dem Streik hatten mehrere Basisgewerkschaften aufgerufen, darunter CUB, SGB, ADL Varese, SI Cobas und USI-CIT.
Die Streikzeiten unterscheiden sich je nach Verkehrsbereich. Im Luftverkehr gilt der Ausstand nach Ministeriumsangaben den ganzen Freitag, bei der Bahn begann er am Donnerstagabend und dauert bis Freitag 21 Uhr. Autobahnbeschäftigte streiken bis Freitag 22 Uhr. Im öffentlichen Nahverkehr gelten lokale Regelungen.
Bahnverkehr und Rom besonders betroffen
Nach Angaben der Bahn-Infrastrukturgesellschaft RFI sind Beschäftigte der FS-Gruppe, von Italo und Trenord beteiligt. Das betrifft Hochgeschwindigkeitszüge, Fern- und Regionalverkehr. In Rom fahren Busse, Straßenbahnen und Metro nur eingeschränkt. Der Streik erfasst mit Ausnahme der Stoßzeiten das gesamte Liniennetz des römischen Verkehrsbetriebs ATAC sowie weitere Anbieter im Stadtgebiet.
Gewerkschaften nennen Löhne und Kriegsausgaben
Die Gewerkschaften begründen den Generalstreik mit sozialen und politischen Forderungen. In ihrem Aufruf nennen sie unter anderem Löhne, Renten, prekäre Beschäftigung, Sozialkürzungen, Wohnungspolitik und Arbeitsschutz. Außerdem fordern sie einen Mindestlohn von mindestens zwölf Euro pro Stunde und einen automatischen Ausgleich steigender Lebenshaltungskosten.
Der Corriere della Sera berichtete von geplanten Demonstrationen in mehreren italienischen Städten, darunter Rom, Mailand, Neapel, Bologna, Florenz, Genua, Turin, Catania und Palermo. Außenpolitisch wenden sich die Aufrufer gegen Kriegsausgaben und Waffenlieferungen an Israel. Sie fordern Sanktionen gegen Israel und die USA sowie den Abbruch diplomatischer und wirtschaftlicher Beziehungen zu beiden Staaten.
Der Streik fällt in Italien in die Tage vor dem langen Wochenende um den Nationalfeiertag am 2. Juni.
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