Bei den Verhandlungen über eine Verlängerung der Waffenruhe im Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran ist ein entscheidender Durchbruch weiter ausgeblieben. US-Präsident Donald Trump traf sich am Freitag mit seinen Sicherheitsberatern im sogenannten „Situation Room“ des Weißen Hauses, um über einen möglichen Deal zu beraten. Nach der rund zweistündigen Sitzung fiel jedoch zunächst keine Entscheidung.
Ein Vertreter der US-Regierung erklärte anschließend, Trump werde nur ein Abkommen akzeptieren, das den Interessen der Vereinigten Staaten entspreche und seine „roten Linien“ wahre. Eine zentrale Bedingung bleibe, dass der Iran niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangen dürfe.
Zuvor hatte Trump erklärt, Teheran müsse einer dauerhaften Aufgabe militärischer Atomambitionen zustimmen und die Straße von Hormus wieder vollständig für die internationale Schifffahrt öffnen. Zudem forderte er die Beseitigung von Seeminen in der Meerenge. Im Gegenzug könnten die USA ihre Blockade iranischer Häfen schrittweise aufheben.
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Hegseth droht mit neuen Angriffen
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte am Samstag beim Shangri-La-Dialog in Singapur laut Reuters, die Vereinigten Staaten seien jederzeit zu neuen Angriffen auf den Iran bereit, falls die Gespräche scheitern sollten.
„Unsere Fähigkeit, die Angriffe bei Bedarf wieder aufzunehmen, steht außer Frage“, sagte Hegseth. Die amerikanischen Munitionsbestände seien dafür ausreichend. Zugleich betonte er, Trump wolle weiterhin ein „großartiges Abkommen“, das sicherstelle, dass der Iran keine Atomwaffen erlangen könne. Trump agiere dabei „geduldig“, sagte Hegseth.
Streit über Inhalt des möglichen Abkommens
Nach Angaben aus Washington liegt inzwischen ein Entwurf für eine Verlängerung der Waffenruhe um weitere 60 Tage auf dem Tisch. Während dieser Zeit sollen die Gespräche über das iranische Atomprogramm fortgesetzt werden. Mehrere US-Medien sowie Reuters und die Nachrichtenagentur AP berichteten, dass sich Unterhändler beider Seiten auf wesentliche Grundzüge verständigt hätten.
Aus Teheran kamen jedoch deutlich zurückhaltendere Signale. Außenamtssprecher Esmail Baghaei sagte dem iranischen Staatsfernsehen, es gebe „keine abschließende Vereinbarung“. Der Austausch von Botschaften werde fortgesetzt, eine endgültige Einigung sei aber noch nicht erreicht.
Außenminister Abbas Araghtschi warf der US-Regierung zudem „überzogene Forderungen“ sowie „wechselnde und widersprüchliche Positionen“ vor. Der Vorsitzende der iranischen Parlamentskommission für nationale Sicherheit, Ebrahim Azizi, erklärte in sozialen Netzwerken, der Iran werde keine Zugeständnisse ohne Gegenleistung akzeptieren.
Iran weist Trumps Angaben zurück
Besonders umstritten bleibt die Frage der Straße von Hormus und des iranischen Atomprogramms. Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social, der Iran müsse die Meerenge ohne Gebühren für den internationalen Schiffsverkehr öffnen. Außerdem kündigte er an, die USA wollten gemeinsam mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) iranische Uranbestände „ausgraben und zerstören“.
Die iranische Nachrichtenagentur Fars widersprach dieser Darstellung. Unter Berufung auf informierte Kreise berichtete sie, entsprechende Klauseln seien in den bislang vorliegenden Dokumenten nicht enthalten. Auch die Frage der Uranbestände sei dort nicht geregelt. Fars sprach von einem Versuch Trumps, einen „konstruierten Sieg“ darzustellen.
Kasachstan bietet Aufnahme von Uranbeständen an
Neue Bewegung gibt es unterdessen bei der Frage des hoch angereicherten Urans. Nach Angaben von IAEA-Chef Rafael Grossi hat sich Kasachstan grundsätzlich bereit erklärt, iranische Uranbestände zu übernehmen, falls eine Einigung zustande kommt.
Der Iran verfügt nach IAEA-Angaben über rund 440 Kilogramm Uran mit einem Anreicherungsgrad von 60 Prozent. Das liegt deutlich über dem Niveau für zivile Atomkraftwerke und gilt als technisch nur noch einen vergleichsweise kleinen Schritt von waffenfähigem Material entfernt. Teheran weist den Vorwurf zurück, Atomwaffen entwickeln zu wollen.
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Ölmarkt reagiert bereits
Obwohl die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen sind, reagierten die Märkte bereits positiv auf die Aussicht auf eine Einigung. Der Ölpreis gab am Freitag nach, während die Aktienmärkte zulegten. Händler setzen darauf, dass eine Öffnung der Straße von Hormus und eine schrittweise Lockerung von Sanktionen den Energiemarkt entlasten könnten.
Ob die Vereinbarung tatsächlich zustande kommt, bleibt offen. Ein hochrangiger iranischer Vertreter sagte Reuters, die Gespräche stünden kurz vor einem Abschluss. Eine endgültige Zustimmung liege jedoch noch nicht vor.
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