Nach der Schließung des Hauptgebäudes der Technischen Universität Berlin hat der zuständige Baustadtrat des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf Fehler bei den Kontrollen eingeräumt. Behördlich vorgeschriebene Brandsicherheitsschauen seien über längere Zeit nicht ausreichend durchgeführt worden.
In einer Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf erklärte Bezirksstadtrat Christoph Brzezinski (CDU), die sogenannten Brandsicherheitsschauen seien im Bezirk wegen Personalmangels zeitweise „so gut wie gar nicht“ vorgenommen worden.
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Seit einigen Jahren würden sie zwar wieder stattfinden, der Fokus habe dabei aber vor allem auf privat betriebenen Einrichtungen gelegen. Man sei davon ausgegangen, dass öffentlich betriebene Einrichtungen des Landes Berlin mit höherer Wahrscheinlichkeit „von alleine“ den Vorschriften entsprächen, sagte Brzezinski, der unter anderem für Stadtentwicklung und Liegenschaften zuständig ist. „Da muss man im Nachhinein sagen, das war offenbar eine Fehlannahme.“
Der Stadtrat räumte ein, dass der Investitions- und Sanierungsrückstand an der TU Berlin allen Beteiligten seit Langem bewusst gewesen sei. Auch die Bauaufsicht habe davon Kenntnis gehabt. Seit rund anderthalb Jahren befasse sich der Bezirk in enger Abstimmung mit der Universität intensiver mit deren Liegenschaften, sagte Brzezinski.
Das Hauptgebäude der TU ist wegen Baumängeln seit dem 9. Mai geschlossen. Nach Angaben der Hochschule müssen pro Woche rund 350 Lehrveranstaltungen in andere Räume verlegt werden oder digital stattfinden. Wann das Gebäude wieder öffnet, ist nach Angaben der TU derzeit offen.
TU-Präsidentin Fatma Deniz hatte zuvor erklärt, eine Wiedereröffnung im laufenden Sommersemester sei nach aktuellem Stand unwahrscheinlich. Auslöser der Sperrung war demnach ein durch Rost verursachtes Leck in einer Trinkwasserleitung, unter der ein Notstromkabel verläuft. Durch die Schließung fallen laut Deniz rund 30.000 Quadratmeter Nutzfläche weg, darunter Hörsäle, Büros und die Universitätsbibliothek.
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