Die deutsche Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan hat ihre Reise in den Libanon in letzter Minute abgebrochen. Ihr Flugzeug kehrt wieder nach Berlin um, erklärte die Politico-Redakteurin Carlotta Diederich auf X. Grund sei eine „militärische Entscheidung aufgrund der dramatischen Eskalation der Lage“ in Beirut.
Israel hat einem AP-Bericht zufolge Angriffe auf die südlichen Vororte von der libanesischen Hauptstadt Beirut angekündigt. Aus Daten des Online-Flugverfolgungsdienstes Flightradar24 ging hervor, dass ein Flugzeug der deutschen Luftwaffe, das ursprünglich nach Beirut reisen sollte, zunächst in Larnaka in Zypern landete.
„Die Reise nach Beirut musste während des Anflugs abgebrochen werden. Aufgrund laufender Bewertung der Entwicklungen der sich akut zuspitzenden Lage in Beirut wurde diese Entscheidung aus militärischen Gründen getroffen“, erklärte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
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Ministerin fordert „verlässlichen Waffenstillstand“
Nach Angaben des deutschen Bundesentwicklungsministeriums wollte Alabali Radovan mit ihrem norwegischen Kollegen Asmund Grover Aukrust in den Libanon reisen, „um sich vor Ort ein Bild von den Auswirkungen des Krieges zwischen der Hisbollah und Israel zu machen“.
„Deutschland steht an der Seite der Menschen im Libanon“, erklärte die Ministerin. „Vertriebene müssen in ihre Heimat zurückkehren können. Dafür braucht es einen verlässlichen Waffenstillstand und ein Ende des Krieges“. Aukrust sprach von einem „klaren Signal der Solidarität und Unterstützung“.
Israel: Militärischer Vorstoß trotz Waffenruhe
Zwischen dem Libanon und Israel gilt eigentlich seit rund sechs Wochen eine Waffenruhe. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat laut Reuters dennoch den Befehl erteilt, im Kampf gegen die Hisbollah-Miliz weiter vorzurücken. Bei dem jüngsten Vorstoß eroberte Israel dem Bericht zufolge nach Militärangaben das 900 Jahre alte Beaufort Castle und einen strategisch wichtigen Höhenzug im Südlibanon.
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul erklärte daraufhin, Israel habe „legitime Sicherheitsinteressen“, das Vorrücken der israelischen Armee gebe jedoch „Anlass zu großer Sorge“. Israels Sicherheit werde langfristig nicht verbessern, wenn „Zivilisten den Preis einer militärischen Eskalation zahlen und Teile des Libanon dauerhaft unbewohnbar werden“.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP wurden im Libanon etwa eine Million Menschen vertrieben, mehr als 3300 Menschen kamen ums Leben. Auf israelischer Seite starben dem Bericht zufolge im Norden des Landes und im Libanon mindestens 25 Soldaten, ein Mitarbeiter eines Rüstungsunternehmens und zwei Zivilisten.
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