Düngemittel

Iran-Krieg und Wetter: Bedeutender Weizenexporteur Australien rechnet mit Ernteeinbruch

Höhere Düngemittelpreise und ungünstige Wetterbedingungen treffen die australische Weizenernte. Das Land rechnet mit einem deutlich geringeren Ertrag.

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Ein Weizenfeld in New South Wales, Australien

Ein Weizenfeld in New South Wales, Australien

© AAP/imago

Die australische Weizenernte wird in der Saison 2026/27 nach Regierungsangaben um rund ein Viertel kleiner ausfallen als im Vorjahr. Erwartet werden 26,7 Millionen Tonnen, wie das australische Büro für Agrar- und Ressourcenökonomie und Wissenschaften (ABARES) in seinem vierteljährlichen Erntebericht am Dienstag mitteilte. Das entspreche einem Rückgang von rund 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie Bloomberg berichtet.

Australien zählt dem Bericht zufolge zu den größten Weizenexporteuren der Welt und beliefert vor allem Südostasien, den Nahen Osten und China. Geringere Ausfuhren dürften den Druck auf die Weltmarktpreise erhöhen, die laut Reuters im Mai infolge von Ernteausfällen in den USA bereits ein Zweijahreshoch erreicht hatten.

Iran-Krieg trifft Düngemittelversorgung

Als Hauptgründe nannte die dem Agrarministerium unterstellte Behörde stark gestiegene Betriebsmittelkosten infolge des Krieges zwischen den USA und dem Iran sowie ungewöhnlich trockene Witterung in Teilen des Landes. Auch die Anbaufläche sinke laut Bloomberg, auch wegen sinkender Gewinnspannen der Bauern im Vergleich zu anderen Feldfrüchten.

Laut ABARES hat der seit vier Monaten andauernde Krieg im Nahen Osten zu erheblichen Störungen bei der weltweiten Versorgung mit Treibstoff und Düngemitteln geführt. Die Blockade der Straße von Hormus hat Bloomberg zufolge vor allem die Lieferungen aus den Golfstaaten beeinträchtigt.

„Bislang haben die Störungen eher zu deutlich höheren Kosten als zu tatsächlichen Engpässen geführt, obwohl es zu Beginn der Pflanzperiode kurzzeitig zu Treibstoffausfällen kam“, zitiert Bloomberg aus dem Bericht. Sollte der Konflikt anhalten, dürften die Kosten länger erhöht bleiben und die Produktion belasten. Die hohen Preise insbesondere für Harnstoff könnten dazu führen, dass Landwirte weniger düngten, was die Erträge mindere, hieß es weiter.

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Geringer Niederschlag in Teilen Australiens

In Teilen Australiens, darunter New South Wales und das südliche Queensland, herrschte über Monate geringer Niederschlag. Regenfälle im Mai hätten die Lage verbessert, doch der nationale Wetterdienst sagte laut Reuters ein El-Niño-Wetterphänomen und unterdurchschnittliche Niederschläge in den kommenden Monaten voraus. Im Westen des Landes mehrten sich zudem Anzeichen einer Mäuseplage, berichtete Bloomberg.

Auch bei Gerste und Raps werden kleinere Ernten erwartet: Die Gerstenproduktion soll Reuters zufolge um 15 Prozent auf 14,1 Millionen Tonnen sinken, die Rapsernte um 20 Prozent auf 6,2 Millionen Tonnen.

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