Die Deutsche Bahn hat bestätigt: Nach mehr als zehnmonatiger Sperrung wegen umfangreicher Bauarbeiten geht die Strecke zwischen Hamburg und Berlin am 14. Juni wieder vollständig in Betrieb. Damit verfehlt die Bahn ihren ursprünglichen Zeitplan um rund sechs Wochen. Im Fernverkehr müssen sich Reisende in den ersten zwei Wochen auf leicht angepasste Fahrzeiten einstellen.
Die Korridorsanierung der rund 290 Kilometer langen Strecke zwischen den beiden größten deutschen Städten steht vor dem Abschluss. Wie die DB InfraGO am Mittwoch in Berlin mitteilte, läuft der durchgehende Zugverkehr am 14. Juni wieder an. Alle Nahverkehrsverbindungen verkehren ab diesem Tag nach regulärem Fahrplan, der Busersatzverkehr endet. Auch im Güterverkehr seien die Kapazitäten zwischen Hamburg und Berlin sowie auf den Zulaufstrecken vollständig wiederhergestellt, hieß es. Auf dem Abschnitt zwischen Hamburg und Hagenow Land beziehungsweise Schwerin fahren die Züge bereits seit dem 15. Mai wieder.
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Bislang 45 Minuten längere Fahrzeit für Verbindung
Derzeit werden die ICE-Züge zwischen Hamburg und Berlin über Stendal und Uelzen umgeleitet. Reisende müssen nach Angaben der Bahn dadurch mit rund 45 Minuten mehr Fahrzeit rechnen. Halte in Wittenberge, Ludwigslust und Büchen entfallen teilweise oder werden durch Ersatzbusse bedient. Im Regionalverkehr ist ein umfassender Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet, betroffen sind unter anderem die Linien RE2 und RE8.
Die Generalsanierung des Hochleistungskorridors hatte am 1. August 2025 begonnen und sollte nach neun Monaten am 30. April 2026 enden. Im Februar hatte die Bahn mitgeteilt, dass sich die Wiederinbetriebnahme verzögert. Als Grund nannte Bahnchefin Evelyn Palla in einem Brief an die Regierungschefs der fünf betroffenen Bundesländer die längste Frostperiode seit mehr als 15 Jahren. Es sei „technisch schlicht nicht möglich“ gewesen, bei Schnee und Eis 740 Kilometer Kabel zu verlegen, hatte sie erklärt. Der nun bestätigte Wiederinbetriebnahme-Termin am 14. Juni war bereits im März in Aussicht gestellt worden.
Vorerst langsamere Fahrten im Fernverkehr
Zwischen Hagenow Land und Berlin-Spandau laufen nach Angaben der DB InfraGO derzeit noch die Abnahme der neuen Signal- und Stellwerkstechnik sowie Belastungsfahrten. Bis diese vollständig abgeschlossen seien, werde es in den ersten Tagen nach der Inbetriebnahme abschnittsweise Geschwindigkeitseinschränkungen geben. Davon betroffen seien ausschließlich Fernverkehrszüge.
Die DB InfraGO werde die Fahrpläne im Fernverkehr in Abstimmung mit den Anbietern vorsorglich bis einschließlich 30. Juni im Minutenbereich anpassen. Es verkehrten alle geplanten Züge in voller Kapazität, teilte das Unternehmen mit. Fahrgästen wird empfohlen, sich kurz vor Reiseantritt über die elektronische Reiseauskunft oder die App DB Navigator zu informieren.
165 Kilometer Gleise erneuert, 28 Bahnhöfe modernisiert
Seit Beginn der Arbeiten wurden nach Angaben der DB InfraGO entlang der Strecke 165 Kilometer Gleise, 249 Weichen, sieben neue Überleitverbindungen, 678 Signale sowie 25 Bahnsteige erneuert. An insgesamt 28 Bahnhöfen seien umfangreiche Modernisierungsarbeiten erfolgt.
An einigen Stationen stehen nach der Wiederinbetriebnahme noch Restarbeiten an, die wegen witterungsbedingter Einschränkungen zu Jahresbeginn nicht rechtzeitig fertiggestellt werden konnten. In Bergedorf, Müssen, Nauen, Falkensee und Albrechtshof seien die Bahnsteige zunächst nicht oder nur eingeschränkt barrierefrei erreichbar. Bis zur Inbetriebnahme der neuen Aufzüge seien Rufbusse für mobilitätseingeschränkte Reisende im Einsatz.
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