Die ostdeutsche Traditionsmarke Halberstädter Würstchen steht erneut vor dem Aus. Die Tochterfirma Halberstädter Konserven GmbH hat Insolvenz angemeldet, die Produktion ruht, das Mai-Gehalt der rund 150 Beschäftigten wurde nach Gewerkschaftsangaben nicht gezahlt.
Das Amtsgericht Magdeburg ordnete am 2. Juni 2026 eine vorläufige Insolvenzverwaltung an, wie das Gericht mitteilte. Wichtige Entscheidungen darf das Unternehmen damit nicht mehr eigenständig treffen, eine Insolvenzverwalterin überwacht die Finanzen. Der Betrieb ruht derzeit vollständig.
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Insolvenzgeld für Beschäftigte offen
Nach Angaben der vorläufigen Insolvenzverwalterin gegenüber dem Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) erhalten die Beschäftigten derzeit kein Insolvenzgeld. Die Bundesagentur für Arbeit schließt eine erneute Zahlung aus, da es sich nicht um ein neues Insolvenzereignis handelt und der frühere Insolvenzplan nicht erfüllt wurde.
Das Insolvenzgeld deckt in Deutschland ausstehende Löhne für maximal drei Monate vor dem Insolvenzereignis ab. Tarifverhandlungen seien zuletzt ausgesetzt worden, viele Beschäftigte erhielten Mindestlohn, so Nimptsch.
Bereits Ende April hatte die Eigentümerfamilie um Seniorchef Ulrich Nitsch nach knapp 35 Jahren angekündigt, den Konservenbetrieb samt Marke verkaufen zu wollen. Als Grund nannte das Unternehmen massive wirtschaftliche Schwierigkeiten. „Die Liquidität ist extrem schwierig“, erklärte Prokuristin Silke Erdmann-Nitsch gegenüber der Bauernzeitung. Die Finanzierung des Unternehmens habe zuletzt nicht mehr funktioniert. „Es scheitert ausschließlich an der Finanzierung“, so Erdmann-Nitsch. Anfragen, auch aus dem Ausland, seien vorhanden.
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Steigende Energie-, Fleisch- und Personalkosten sowie ein rückläufiger Markt für Wurstprodukte hatten den Hersteller zunehmend unter Druck gesetzt. Eine Anfang des Jahres angekündigte Kooperation mit dem Münchner Feinkosthaus Käfer für neue Produkte wie Suppen und fleischfreie Chili-Gerichte brachte nicht die erhoffte Wende. Ein vorheriges Insolvenzverfahren war erst im Januar aufgehoben worden. Die Würstchen aus Halberstadt waren schon zu DDR-Zeiten bekannt und galten damals als Mangelware.
Zu Beginn dieses Jahres schloss die Wurstfabrik in Britz bei Eberswalde endgültig ihre Türen. Die Wurstfabrik in Britz bei Eberswalde war über Jahrzehnte einer der größten Arbeitgeber der Region. Mit der Schließung Ende Februar 2026 verloren rund 500 Beschäftigte ihre Arbeit.
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