Nordkorea

Kim Jong-un: Produktion von waffenfähigem Nuklearmaterial in fünf Jahren mehr als verdoppelt

Kim Jong-un besucht eine Anlage zur Herstellung von Atomwaffenmaterial. Er kündigte Pläne für einen weiteren Ausbau des Nukleararsenals an.

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Kim Jong-un bei der Inspektion einer Urananreicherungsanlage.

Kim Jong-un bei der Inspektion einer Urananreicherungsanlage.

© Uncredited/KCNA/KNS/dpa

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un hat eine neu in Betrieb genommene Anlage zur Herstellung von Atomwaffenmaterial besucht und eine Vervielfachung des nuklearen Arsenals seines Landes in Aussicht gestellt. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Donnerstag. Den Besuch habe Kim am Vortag in Begleitung führender Vertreter der Rüstungsindustrieabteilung der Arbeiterpartei und des Instituts für Kernwaffen unternommen. Angaben zum Standort der Anlage machte KCNA nicht.

Kim erklärte laut KCNA, die Produktionskapazität für waffenfähiges Nuklearmaterial habe sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt. Die Notwendigkeit, die nukleare Abschreckung „qualitativ wie quantitativ“ und in „beschleunigter Weise“ auszubauen, ergebe sich aus einer dauerhaften Konfrontation mit den „erbittertsten Feinden“ – eine Formulierung, die sich nach Einschätzung der Nachrichtenagentur AP auf die USA und Südkorea bezieht. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben Pjöngjangs ist nicht möglich.

Bei einer „wichtigen Konsultationsberatung“ an dem Standort habe Kim die „Prioritätenreihenfolge“ für einen Plan zum exponentiellen Ausbau der Atomstreitkräfte festgelegt, hieß es bei KCNA weiter. Kim sprach laut der Mitteilung von einem „historischen Ereignis“, das einen „epochalen Meilenstein“ bei der Erweiterung der nuklearen Fähigkeiten setze.

Südkorea geht von Urananreicherungsanlage aus

Der südkoreanische Generalstab stufte die Anlage nach Angaben der Nachrichtenagentur AP als Urananreicherungsanlage ein und erklärte, man stehe mit den USA in engem Austausch zur Beobachtung der nordkoreanischen Nuklearaktivitäten. Von KCNA veröffentlichte Fotos zeigen Reihen zylindrischer Zentrifugen, die zur Anreicherung von Uran verwendet werden.

Laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap werden in Nordkorea bislang Urananreicherungsanlagen an drei Standorten vermutet – in Yongbyon, Kangson und Kusong. Ob es sich bei der nun gezeigten Anlage um einen vierten Standort handelt, blieb zunächst unklar. Der südkoreanische Wiedervereinigungsminister Chung Dong-young hatte im September vergangenen Jahres erklärt, Nordkorea betreibe insgesamt vier Urananreicherungsanlagen.

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Es ist nach Angaben von AP das dritte Mal, dass Nordkorea eine Urananreicherungsanlage öffentlich zeigt. 2024 hatte Pjöngjang erstmals Bilder einer bis dahin geheimen Anlage veröffentlicht. US-Präsident Donald Trump hat wiederholt seinen Wunsch nach einer Wiederaufnahme der Gespräche mit Kim geäußert. Nordkorea erklärte dazu, die USA müssten zuvor ihre Forderung nach einer Denuklearisierung als Vorbedingung fallenlassen.

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