Das irakische Kabinett hat am Dienstag einen Plan zum deutlichen Ausbau der Ölexporte über die Türkei gebilligt. Die Ausfuhren über die Pipeline von den Feldern in Kurdistan und Kirkuk zum türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan sollen binnen zweieinhalb Monaten von derzeit 220.000 auf 770.000 Barrel pro Tag steigen, wie Bloomberg berichtet.
Damit wird dem Bericht zufolge ein früheres Ziel von 500.000 Barrel täglich übertroffen. Der Irak hatte die Ölexporte über die Pipeline nach Ceyhan im März wieder aufgenommen, nachdem eine Einigung mit kurdischen Behörden erreicht worden war.
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Hormus-Blockade trifft irakische Ölexporte
Hintergrund ist die weitgehende Blockade der Straße von Hormus, durch die zuvor rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls transportiert wurde. Nach den US-amerikanischen und israelischen Angriffen auf den Iran am 28. Februar kam der Schiffsverkehr durch die Meerenge nahezu zum Erliegen. Die USA verhängten zudem eine Blockade gegen iranische Lieferungen.
Iraks Ölminister Basim Muhammad Khudhair erklärte laut Bloomberg, im April seien lediglich zehn Millionen Barrel über die Wasserstraße ausgeführt worden – nach 93 Millionen Barrel im Monat vor Kriegsbeginn. Die Exportprobleme würden andauern, solange der Konflikt ungelöst bleibe.
Der Irak ist stark auf Einnahmen aus dem Ölgeschäft angewiesen. Diese machen laut Bloomberg rund 90 Prozent des Staatshaushalts aus. Das Land verfolgt daher mehrere Ansätze, um Ölexporte trotz der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus aufrecht zu erhalten.
Ölexport per Lastwagen
Die ausgebaute Ceyhan-Route könnte nach Angaben des englischsprachigen Portals Türkiye Today selbst bei voller Auslastung nur etwa ein Viertel der Mengen ersetzen, die normalerweise über die südlichen Exportterminals des Irak verschifft werden. Parallel zu dem Plan genehmigte das Kabinett laut dem Bericht eine Erhöhung der Ölausfuhren per Lastwagen in Nachbarländer auf 420.000 Barrel pro Tag in drei Stufen.
Zudem soll Rohöl über die syrischen Mittelmeerhäfen Baniyas und Tartus exportiert werden, nachdem eine Vereinbarung mit den syrischen Behörden getroffen wurde. Konkrete Mengen wurden laut Bloomberg nicht genannt.
Bereits Anfang Mai hatte das Ölministerium nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur INA zudem den Start der Arbeiten an einer 700 Kilometer langen Pipeline von Basra nach Haditha mit einer Kapazität von 2,5 Millionen Barrel pro Tag bekanntgegeben. Das Projekt mit einem Budget von 1,5 Milliarden US-Dollar soll Exporte in drei Richtungen ermöglichen: nach Baniyas in Syrien, Ceyhan in der Türkei und Aqaba in Jordanien. Ein Ministeriumssprecher sagte laut INA, der Baufortschritt hänge von den verfügbaren Haushaltsmitteln ab.
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