Satelliten

Starlink-Alternative: Russland will im Jahr 2027 eigenes Satelliten-Internet starten

Moskau plant im kommenden Jahr den kommerziellen Start des „Rassvet“-Netzes. Die ersten Satelliten wurden bereits ins All geschickt.

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Zuschauer beobachten den Start einer Sojus-2.1B-Trägerrakete. Erste Satelliten für Russlands eigenes Satelliteninternet wurden bereits ins All gebracht.

Zuschauer beobachten den Start einer Sojus-2.1B-Trägerrakete. Erste Satelliten für Russlands eigenes Satelliteninternet wurden bereits ins All gebracht.

© Kirill Zykov/imago

Russland will im kommenden Jahr ein eigenes Satelliten-Internet in Betrieb nehmen und damit eine kleinere Alternative zum Starlink-System des US-Unternehmens SpaceX schaffen. Erste Tests sollen in den kommenden Wochen beginnen.

Der kommerzielle Betrieb des Netzes solle 2027 starten, sagte Alexej Schelobkow, Vorstandschef der russischen Iks Holding, am Freitag auf einer Podiumsdiskussion beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg. „Die gute Nachricht ist, dass es bereits entwickelt wird. Satelliten werden bereits gestartet“, sagte Schelobkow laut der Nachrichtenagentur Reuters. In den kommenden Wochen werde mit den Tests begonnen.

Erste 16 Satelliten bereits im Orbit

Die zur Iks Holding gehörende Firma Bureau 1440 hatte nach eigenen Angaben im März die ersten 16 Satelliten der erdnahen Konstellation mit dem Namen „Rassvet“ („Morgendämmerung“) ins All gebracht. Der Start erfolgte mit einer Sojus-2.1B-Trägerrakete, wie das Unternehmen der russischen Wirtschaftszeitung Kommersant mitteilte. Langfristig soll die Zahl der Satelliten über mehrere Jahre auf rund 900 erhöht werden. Zum Vergleich: SpaceX betreibt derzeit mehr als 10.000 Starlink-Satelliten im Orbit.

Nach Angaben der Moscow Times kündigte der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Bakanow, an, dass bis 2035 mehr als 900 Satelliten in den Orbit gebracht werden sollen. Finanziert wird das Vorhaben über das russische Nationalprojekt „Datenwirtschaft“ mit rund 102,8 Milliarden Rubel (etwa 1,26 Milliarden US-Dollar) aus dem Staatshaushalt. Bureau 1440 will laut Moscow Times bis 2030 zusätzlich rund 329 Milliarden Rubel an Eigenmitteln investieren.

SpaceX hatte Russland Starlink-Zugang gesperrt

Der Aufbau einer eigenen Satelliten-Infrastruktur hat für Moskau auch militärische Bedeutung. SpaceX hatte in Zusammenarbeit mit der Ukraine nicht autorisierte Starlink-Terminals gesperrt, die russische Einheiten zuvor über Drittstaaten beschafft und an der Front zur Koordination von Drohnenangriffen genutzt hatten.

Ukrainische Stellen hatten im Januar erklärt, Russland habe Starlink-Terminals zur Steuerung von Drohnen auf ukrainisches Gebiet eingesetzt. In Russland selbst ist Starlink verboten, die Nutzung der Ausrüstung kann mit Geldstrafen belegt werden.

Der ukrainische Verteidigungsministeriumsberater Serhij Beskrestnow erklärte laut der Agentur Ukrinform, für eine stabile Datenübertragung würden mindestens 200 bis 250 Satelliten benötigt. Eine militärische Nutzung der Rassvet-Satelliten sei derzeit unwahrscheinlich, solange die Konstellation nicht ausreichend ausgebaut sei.

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