Oft wird nur über Negativseiten der globalen Veränderungen in der Natur berichtet – etwa über das Artensterben. Da gehen die Schätzungen weit auseinander. So sollen jedes Jahr zwischen 11.000 und 58.000 Arten auf der Erde verloren gehen. Auch, weil die Menschen sich immer weiter ausbreiten und natürliche Lebensräume zerstören. Dazu kommt der Klimawandel.
Aber es gibt immer auch Profiteure oder Arten, die sich zum Beispiel aus dem Süden weiter nach Norden ausbreiten, weil es dort nun wärmer wird. Vielleicht ist das der Grund, warum nun in Berlins Nachbarland Brandenburg ein sehr seltener Besucher gesichtet wurde.
Das Tier mit dem schönen Namen Riesenabendsegler ist immerhin die größte europäische Fledermausart. Die Tiere können eine Flügelspannweite von bis zu 47 Zentimetern erreichen – immerhin so groß, dass sie gern kleine Vögel in der Luft fangen und verspeisen.
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Die Art ist vor allem in Süd- und Osteuropa heimisch, in Vorderasien und Nordafrika, also dort, wo es deutlich wärmer ist. Aber auch da ist sie nicht sehr stark verbreitet und steht deshalb auf der weltweiten Roten Liste der bedrohten Arten. In Deutschland ist sie quasi gar nicht existent.
Doch nun hat das Landesumweltamt in Potsdam eine Sichtung des erfahrenen Fledermausfachmanns Ingo Richter bestätigt. Er hat bei einem seiner Kontrollgänge bei Woltersdorf in der Nähe von Luckenwalde am 24. Mai ein paar Fledermauskästen überprüft. Dort fand er ein Tier, das er ungewöhnlich groß fand und das ihn sprachlos machte. Sollte es wirklich …? Es wäre schon eine Sensation, denn bislang wurde die Art aus der Familie der Glattnasen nur dreimal in Deutschland nachgewiesen.
Ist es nur ein „Irrgast“?
Als erfahrener Naturfreund nahm er das Tier natürlich nicht mit, sondern vermaß – wie es sich gehört – nur den Unterarm des männlichen Tieres, machte Fotos und legte das Tier wieder in den Fledermauskasten zurück. Dann sandte er die Daten und Bilder ans Umweltamt – und das bestätigte nun den Verdacht. Es ist der erste Nachweis eines Riesenabendseglers im Land Brandenburg.
Die Art gilt als „wanderfreudig“. Tiere allerdings, die nördlich von Tschechien und damit weit außerhalb des bisherigen Lebensraums gesichtet werden, gelten als „Irrgäste“, die sich nur zufälligerweise in fremde Gegenden verflogen haben. Oder eben, weil sich die Lebensbedingungen ändern. Vielleicht ist Brandenburg bald warm genug für Riesenabendsegler.
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