Nahost-Krieg

Bericht: Kuwait bietet asiatischen Raffinerien erstmals seit Kriegsbeginn Ölkauf an

Kuwait bietet asiatischen Raffinerien einem Bericht zufolge den Kauf von mindestens vier Millionen Barrel Rohöl an – zum ersten Mal seit Beginn des Iran-Kriegs.

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Ein Gebäude der Kuwait Petroleum Corporation

Ein Gebäude der Kuwait Petroleum Corporation

© Anadolu Agency/imago

Kuwait verkauft nach Angaben des Finanzdienstes Bloomberg erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs wieder Rohöl an Raffinerien in Asien. Mindestens vier Millionen Barrel der wichtigsten Exportsorte des Landes würden auf zwei Großtankern unter anderem Abnehmern in China und Südkorea angeboten, berichtete Bloomberg unter Berufung auf nicht namentlich genannte Händler.

Das Öl werde direkt von der staatlichen Kuwait Petroleum Corp. (KPC) verkauft und habe die Meerenge bereits passiert, erklärten die Quellen demnach. Eine Anfrage zur Stellungnahme lehnte KPC dem Bericht zufolge ab. Bloomberg wertete den Vorgang als Indiz für steigende Ölströme durch die Straße von Hormus.

Zwei Supertanker vor Terminal in Kuwait

In Kuwaits Häfen wurde laut dem Bericht zuletzt Tankerverkehr verzeichnet. Aus Tracking-Daten gehe etwa hervor, dass zwei Supertanker Ende Mai und Anfang Juni am Mina-Al-Ahmadi-Terminal in Kuwait vor Anker liegend gesichtet worden seien, bevor ihre Transponder abgeschaltet wurden. Wo sie sich jetzt befinden, sei nicht bekannt.

Auch die Vereinigten Arabischen Emirate haben Bloomberg zufolge zuletzt Millionen Barrel Öl aus dem Persischen Golf nach Asien verkauft. Die Gesamtmenge der Lieferungen aus der Region liege jedoch weiterhin deutlich unter dem Niveau vor dem Krieg.

Tanker fahren mit abgeschalteten Transpondern

Die Schiffe passieren die Straße von Hormus laut Bloomberg überwiegend mit abgeschalteten Transpondern, um nicht als Ziel erkannt zu werden. Bereits zuvor hätten Unternehmen wie die saudische Aramco Trading Co. und der staatliche emiratische Ölkonzern Adnoc Ladungen auf diesem Weg durch die Meerenge gebracht.

Die US-Bank JPMorgan schätzt nach Angaben von CNN, dass in den letzten beiden Maiwochen täglich rund 2,1 Millionen Barrel Öl auf solchen verdeckten Routen die Meerenge passiert hätten. Vor dem Krieg lag der gesamte, reguläre Ölfluss durch die Straße von Hormus bei täglich 15,6 Millionen Barrel, wie der Sender berichtet. Der sichtbare Schiffsverkehr liege derzeit bei etwa 15 Prozent des Vorkriegsniveaus.

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Ölpreise könnten weiter steigen

Trotz der weitgehenden Blockade der Meerenge ist der Ölpreis laut CNN bisher nicht so stark gestiegen wie befürchtet. Die Nordseesorte Brent lag demnach am Freitag bei 93 US-Dollar je Barrel – über dem Vorkriegsniveau von rund 70 Dollar, aber unter dem jüngsten Höchststand von 114 Dollar.

Vor dem Hintergrund der Blockade und eines starken Rückgangs des Handelsverkehrs „passieren offenbar immer noch überraschend große Mengen an Rohöl und Erdölprodukten die Straße von Hormus“, erklärte Natasha Kaneva, Leiterin der globalen Rohstoffstrategie bei JPMorgan, laut CNN in der vergangenen Woche in einer Kundenmitteilung.

Neben den verdeckten Lieferungen tragen laut CNN auch Exporte über die East-West-Pipeline von Saudi-Arabien zum Roten Meer sowie geringere chinesische Importe zur Entspannung bei. Jan Stuart, Energieökonom bei der Investmentbank Piper Sandler, sagte dem Sender jedoch, die Lage werde sich verschärfen. Er erwarte für Juli und August einen durchschnittlichen Brent-Preis von 130 Dollar je Barrel.

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