Der neue FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki hat in der ARD-Sendung „Maischberger“ eine Zusammenarbeit oder Koalition mit der AfD ausgeschlossen, würde aber Anträge auch mit deren Stimmen durchsetzen. Zugleich übte er deutliche Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).
Bei seinem Auftritt in der ARD-Talkshow am Dienstagabend, gut eine Woche nach seiner Wahl zum Parteivorsitzenden, grenzte sich Kubicki klar von der AfD ab. Eine Zusammenarbeit oder gemeinsame Anträge lehnte er ab, eine Koalition nannte er „ausgeschlossen“.
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Kubicki bei Maischberger: Scharfe Kritik an Merz
Er könne nicht mit Menschen koalieren, die das gegenteilige Menschenbild zum Liberalismus verträten, etwa wenn jemand schreibe, das größte Glück eines Individuums sei es, in der Volksgemeinschaft aufzugehen. Auf die Frage von Moderatorin Sandra Maischberger, ob er in einem Landtag einen Antrag stellen würde, der nur mit AfD-Stimmen eine Mehrheit fände, antwortete Kubicki: „Ja, selbstverständlich“. Wenn er etwa überzeugt sei, dass ein Krankenhaus gebraucht werde, sei es ihm „völlig egal, wer noch zustimmt“. Würden demokratische Parteien Anträge unterlassen, weil die AfD zustimmen könnte, werde diese nur stärker.
Den Thüringer AfD-Politiker Björn Höcke, der Westdeutsche als „deutsch sprechende Amerikaner“ bezeichnet hatte, attackierte Kubicki scharf: Wer so etwas erkläre, „der muss zum Arzt, der hat nicht mehr alle Tassen im Schrank“. Weiter sagte Höcke: „Im Osten sind die Menschen noch Deutsche, im Westen haben sie über Jahrzehnte eine Ersatzidentität gefunden und haben sich von der amerikanischen Kultur völlig usurpieren lassen.“
Bundeskanzler Merz warf Kubicki vor, nach seiner langen Abwesenheit aus der Politik nicht mehr zu wissen, „wie das Spiel funktioniert“. Merz kommuniziere „unglaublich schlecht“, das „Erwartungsmanagement“ sei „unterirdisch“. Altkanzler Olaf Scholz (SPD) nannte er einen „akribischen Aktenfresser“, an Angela Merkel (CDU) vermisse er „nichts“. Den Rückzug von Robert Habeck (Grüne) bezeichnete Kubicki als „schade, aber nachvollziehbar“.
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Zur parteiinternen Kampfkandidatur von Marie-Agnes Strack-Zimmermann sagte der 74-Jährige, die „Schlacht ist geschlagen“. Spekulationen über eine Spaltung der FDP wies er als „völlig absurd“ zurück.
Als weiterer Gast sprach der frühere Trigema-Chef Wolfgang Grupp über seinen Suizidversuch im Juli 2025 und seine Diagnose Altersdepression. Er bereue den Versuch, sagte der 84-Jährige. Zu einem KI-Bild, das ihn mit AfD-Chefin Alice Weidel zeigte, erklärte Grupp, er habe „nichts gegen Frau Weide“l; es sei aber Aufgabe des Rechtsstaats, gegen solche Manipulationen vorzugehen.
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