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Bosch setzt auf Milliardenmarkt mit Robotik und KI

Der Zulieferer will Sensoren und Steuerung für die neuen Maschinen liefern. Im klassischen Autogeschäft schreibt der Konzern erstmals seit 2009 wieder Verluste.

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Bosch setzt auf Automatisierung und hat eine neue Einheit für humanoide Robotik gegründet.

Bosch setzt auf Automatisierung und hat eine neue Einheit für humanoide Robotik gegründet.

© Marijan Murat/dpa

Der Technologiekonzern Bosch hat angekündigt, angesichts einer Ertragskrise im Automobilgeschäft künftig stärker auf Automatisierung und humanoide Robotik zu setzen. „Bosch bewegt die Zukunft – auf Rädern und mit Armen“, sagte Bosch-Digitalchefin Tanja Rückert auf dem Branchentreff „Bosch Connected World“ in Berlin. Konzernchef Stefan Hartung stellte in Aussicht, das Segment zu einem „Geschäft in Milliardenhöhe“ zu entwickeln.

Bosch will nach eigenen Angaben nicht selbst Hersteller humanoider Roboter werden, sondern als Partner das „Gehirn und Nervensystem“ für solche Systeme liefern. Eine wichtige Rolle spielen dabei mikroelektromechanische Systeme, sogenannte MEMS-Sensoren, bei denen Bosch nach eigenen Angaben Weltmarktführer ist. Mit ihnen erhalten Roboter einen feinen Tastsinn, um etwa ein empfindliches Glas von einem robusten Gegenstand zu unterscheiden. Schätzungen zufolge soll das Marktvolumen für MEMS-Sensoren bis 2030 auf über 19,2 Milliarden US-Dollar anwachsen.

Bosch: Neue Konzerneinheit für Robotik

Um die Industrialisierung zu beschleunigen, hat Bosch die neue Einheit Robert Bosch Robotics GmbH gegründet und bündelt seine Aktivitäten für den asiatischen Markt im neuen Bosch Robotics Center China. Partnerschaften mit Start-ups wie dem deutschen Unternehmen Neura Robotics sollen die Entwicklung kognitiver Roboter vorantreiben. Als Basis für das Training Künstlicher Intelligenz nutzt der Konzern Daten aus weltweit über 230 eigenen Werken.

Verlust im Stammgeschäft von Bosch

Der Vorstoß findet vor dem Hintergrund einer angespannten Lage statt. Laut der kürzlich vorgelegten Bilanz für 2025 hat Bosch erstmals seit 2009 einen Nachsteuerverlust in Höhe von 363 Millionen Euro verbuchen müssen. Der Umsatz stieg lediglich leicht auf 91 Milliarden Euro.

Als Ursachen nennt der Konzern eine schwächelnde Weltkonjunktur, neue US-Zölle und die verschärfte Konkurrenz durch chinesische Anbieter. Nach eigenem Eingeständnis ist Bosch in vielen Bereichen nicht mehr wettbewerbsfähig. Zukunftsprojekte wie E-Mobilität oder Wasserstoffantriebe werfen bisher zu wenig ab, während auch das Geschäft mit Konsumgütern wie Waschmaschinen der Tochter BSH und Elektrowerkzeugen unter einer Marktschwäche leidet.

Bosch plant Stellenabbau im großen Stil

Um die Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen, plant das Management einen umfangreichen Stellenabbau. Allein im Zulieferbereich sollen in den kommenden Jahren rund 22.000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Weitere Kürzungen sind bei BSH und den Elektrowerkzeugen vorgesehen. Bis Ende 2025 ist die deutsche Belegschaft bereits um über fünf Prozent auf 122.968 Mitarbeiter geschrumpft. Die Kosten für den Abbau drückten das Jahresergebnis 2025 mit rund 2,7 Milliarden Euro für Rückstellungen. (mit dpa)

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