Nach Vorwürfen über den Einsatz Künstlicher Intelligenz hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung Gastbeiträge des Thüringer Ministerpräsidenten Mario Voigt (CDU) von ihrer Webseite genommen. Hintergrund sind Recherchen des Portals FragDenStaat, wonach Voigt bei mehreren Texten und Reden KI-Programme genutzt haben soll.
Betroffen ist unter anderem ein im August 2025 in der FAZ erschienener Gastbeitrag zu digitalen Risiken für Kinder. Laut FragDenStaat enthielt der Text Zitate mehrerer Wissenschaftler, die das Portal nach eigenen Angaben nicht verifizieren konnte. Der Neurowissenschaftler Manfred Spitzer habe auf Nachfrage erklärt, er glaube nicht, dass er den ihm zugeschriebenen Satz so wörtlich geschrieben habe.
Abgeschrieben, falsch zitiert, Interviews aufgehübscht? Was Mario Voigt vorgeworfen wird
Hat Mario Voigt gegen KI-Kennzeichnung verstoßen?
NS-Gedenken: Voigt soll auch Reden KI generiert haben
FragDenStaat beruft sich auf Analysen mit den Programmen Pangram und GPTZero. Bei neun von elf untersuchten Beiträgen Voigts habe Pangram einen KI-Anteil von deutlich mehr als 50 Prozent angezeigt, drei Texte seien vollständig als KI-generiert eingestuft worden. Bei drei von vier untersuchten Zeitungsbeiträgen habe das Programm sogar einen KI-Anteil von 100 Prozent ausgewiesen. Das Portal weist allerdings darauf hin, dass solche Analyseprogramme fehleranfällig sein können.
Besonders sensibel ist nach Darstellung des Portals der Befund zu einer Rede Voigts zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus vom 29. Januar 2025. Diese sei von Pangram als vollständig KI-generiert eingestuft worden, GPTZero komme zu dem Ergebnis, die Rede sei „mit hoher Sicherheit“ durch Künstliche Intelligenz erstellt worden.
Die Thüringer Staatskanzlei bestätigte den grundsätzlichen Einsatz von KI. Eine Sprecherin erklärte, man nutze „moderne digitale Werkzeuge, darunter KI-Anwendungen“. Positionen, Argumente und Schlussfolgerungen stammten aber von den Autoren. Voigts Sprecherin wies die Kritik zurück: „Ich kann die Aufregung darüber nicht nachvollziehen. Wir schreiben das Jahr 2026.“ Entscheidend sei, wer die Verantwortung für die Inhalte trage. Die FAZ teilte am Mittwoch mit, dass die Zeitung keinerlei KI-genierierte Texte veröffentlichte. Die Erklärung seitens Voigts genüge nicht, weswegen die Beiträge gelöscht wurden.
Auch Reden soll Voigt Künstliche Intelligenz genutzt haben, berichtet das Portal FragDenStaat. Betroffen seien unter anderem Reden zum NS-Gedenken, die Neujahrsansprache sowie eine Trauerrede für den früheren Thüringer Ministerpräsidenten Bernhard Vogel. Besonders sensibel ist der Vorwurf bei einer Rede Voigts zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Die Ansprache vom 29. Januar 2025 sei von Pangram als vollständig KI-generiert eingestuft worden.
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