Wenn Hans-Joachim Frey von seinem Leben erzählt, beginnt er nicht mit sich selbst, sondern mit seinem Urgroßvater. Mit Riga, mit Sankt Petersburg, mit einer baltikdeutschen Familie, die vor der Russischen Revolution flieht, dann vor der Roten Armee, die sich zerstreut zwischen Königsberg, Tilsit, Hannover in Niedersachsen. „Wir waren plötzlich der isolierte Teil der Familie in Westdeutschland“, sagt er. Neunzig Prozent seiner Verwandtschaft landeten in der DDR, seine Großmutter und seine Familie im Westen. Die Verbindung blieb zunächst bestehen: Als Kind besuchte er viermal im Jahr die Ostzone, war in Leipzig, Halle, Magdeburg. „Deswegen ist es für mich bis heute schwer zu sagen: Bin ich Westdeutscher, bin ich Ostdeutscher? Ich sehe mich als Grenzgänger zwischen diesen beiden Welten.“
Lebenswege
Hans-Joachim Frey: „Die Welt hat sich vor meinen Augen komplett gedreht“
Der Kulturmanager hat den Dresdner Semperopernball gegründet, sich später tief in Putins Russland hineinbegeben. Eine Begegnung in Dresden.
11 Min
Link kopiert
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.
Hans-Joachim Frey besucht Dresden regelmäßig. Er lebt heute in Moskau, ist eng in die russische Kulturszene eingebunden.
© Thomas Schlorke für Ostdeutsche Allgemeine
Werden Sie Teil des Ostablishments.
Sie haben bereits ein O+ Abo?
*