Für die meisten sächsischen Museen wäre es eine Ehre ohnegleichen: die Aufnahme in den Verbund der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Auf Augenhöhe mit dem Grünen Gewölbe, den Alten und Neuen Meistern, der Skulpturensammlung – insgesamt 15 Museen, die zu den bedeutendsten der Welt zählen.
Für das seit 2014 bestehende Sächsische Museum für Archäologie Chemnitz (smac) ist der geplante Ritterschlag dagegen ein Graus, ein Affront. Die Chemnitzer beharren auf ihrer Eigenständigkeit und beteiligen sich am Aufstand gegen die von der Staatsregierung geplante Umgestaltung der in 36 Jahren Demokratie gewachsenen und bisher überaus erfolgreichen archäologischen und denkmalpflegerischen Strukturen durch eine CDU/SPD-Koalition unter Führung von Ministerpräsident Michael Kretschmer.
„Wir sind kein Museum wie jedes andere“, sagt Axel Weber, Vorsitzender des Vereins „Freunde des smac“, selbstbewusst: „Wir kaufen keine Kunstwerke an und stellen sie aus. Wir sind das Schaufenster für die sächsische Archäologie.“ Und als solches sei man stolz auf die einzigartige Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Archäologie. Würden Museum und Amt getrennt, entzöge man ersterem die Grundlage seiner Forschungs- und Bildungsaufgabe. Und das Landesamt verlöre die Möglichkeit, die Ergebnisse seiner Ausgrabungen und die damit verbundenen Erkenntnisse einer breiten Öffentlichkeit populär und gleichzeitig auf hohem wissenschaftlichen Niveau zu präsentieren. Und überdies: „Warum ein kulturelles Juwel in einem bürokratischen Riesenapparat verstecken?“
Bürokratie
Warum ein Chemnitzer Museum keinen „Ritterschlag“ will
Ein kulturelles Juwel der sächsischen Museumslandschaft wehrt sich dagegen, im bürokratischen Riesenapparat zu verschwinden.
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Wie auf einem Zeitstrahl präsentiert eine Wand im Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz (smac) Alltagsgegenstände verschiedener Epochen aus Sachsen.
© Hendrik Schmidt/dpa
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