Debatte

Hai-Attacke vor Sydney: Mutter verliert Arm – Australien streitet über Tötung von Haien

Eine Frau wurde vor einem der bekanntesten Strände Sydneys von einem Hai attackiert. Die Frau verlor einen Arm, nun tobt in Australien eine Debatte über den Umgang mit den Raubfischen.

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Coogee Beach: Nach einem Haiangriff weisen Schilder auf Drohnenaufnahmen hin.

Coogee Beach: Nach einem Haiangriff weisen Schilder auf Drohnenaufnahmen hin.

© Anna Kucera/AAP/dpa

Eine 35-jährige Frau ist bei einem Haiangriff vor der australischen Metropole Sydney lebensgefährlich verletzt worden. Die Lehrerin und Mutter eines kleinen Kindes wurde am Samstagmorgen beim Schwimmen vor dem beliebten Coogee Beach von einem mutmaßlichen Weißen Hai attackiert. Australischen Medien zufolge musste ihr im Krankenhaus ein Arm amputiert werden.

Der Angriff ereignete sich nur rund 30 Meter vom Ufer entfernt. Augenzeugen berichteten von Schreien und Blut im Wasser. Ein außerhalb des Dienstes befindlicher Rettungsschwimmer sowie weitere Helfer brachten die Frau an Land und leisteten Erste Hilfe, bevor sie in ein Krankenhaus eingeliefert wurde.

Nach Angaben der Behörden wurde die Frau an Armen und Beinen schwer verletzt. Sie befindet sich weiterhin im Krankenhaus. Die Familie sprach von einer „lebensverändernden“ Verletzung. Ihr Partner befand sich zum Zeitpunkt des Angriffs im Ausland und reist nun nach Australien zurück.

Nach dem Haiangriff überwachen Sicherheitskräfte den Coogee Beach und sprechen mit Strandbesuchern.

Nach dem Haiangriff überwachen Sicherheitskräfte den Coogee Beach und sprechen mit Strandbesuchern.

© Nadir Kanani/imago

Strand wieder geöffnet – Drohnen und Jetskis im Einsatz

Trotz des Vorfalls wurde Coogee Beach am Montag wieder geöffnet. Die Behörden setzten zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen in Kraft. Rettungsschwimmer patrouillieren mit Jetskis, zudem überwachen Drohnen die Küste auf mögliche Haie.

Coogee Beach gehört zu den bekanntesten Stränden Sydneys und liegt nur wenige Kilometer vom weltberühmten Bondi Beach entfernt. Millionen Menschen besuchen die Küste jedes Jahr. Entsprechend groß ist die Aufmerksamkeit nach dem Angriff.

Debatte über Hai-Tötungen entfacht

Der Vorfall hat in Australien erneut eine politische Debatte ausgelöst. Der frühere Premierminister Tony Abbott forderte öffentlich, nach schweren Angriffen Haie gezielt zu töten. Wissenschaftler und Tierschützer widersprachen jedoch. Es gebe keine Belege dafür, dass solche Maßnahmen die Zahl der Angriffe senken würden. Stattdessen verwiesen Experten auf moderne Überwachungssysteme mit Drohnen und sogenannten Smart Drum Lines.

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Nach Angaben von Reuters registriert Australien inzwischen durchschnittlich fast 29 Hai-Zwischenfälle pro Jahr. In den 2000er Jahren lag der Durchschnitt noch bei rund 16 Fällen. Forscher führen dies unter anderem auf die wachsende Bevölkerung an den Küsten sowie auf Veränderungen der Meeresökosysteme zurück.

Für viele Anwohner hat der Angriff dennoch Spuren hinterlassen. „Ich würde momentan nicht einmal meinen Zeh ins Wasser halten“, sagte ein Bewohner von Coogee gegenüber Reuters.

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