Vietnam

Für den Kochtopf bestimmt: Polizei rettet Hunderte Katzen vor dem Verzehr – Dutzende bereits tot

Mehr als 500 Katzen sollen für den Fleischhandel bestimmt gewesen sein. Dutzende gestohlene Haustiere konnten bereits ihren Besitzern zurückgegeben werden.

3 Min
Eine gerettete Katze hinter den Gittern einer Auffangstation. Das Bild dient der Illustration.

Eine gerettete Katze hinter den Gittern einer Auffangstation. Das Bild dient der Illustration.

© Jonathan Alcorn/imago

Mehr als 500 Katzen sind in Vietnam vor dem Schlachten gerettet worden. Die Polizei zerschlug in der Millionenmetropole Ho-Chi-Minh-Stadt nach Ermittlungen wegen einer Serie von Haustierdiebstählen einen mutmaßlichen Ring, der Katzen für den Fleischhandel beschafft haben soll. Neun Verdächtige wurden festgenommen. Darüber berichten die Nachrichtenagentur AP sowie mehrere vietnamesische Medien unter Berufung auf die Ermittlungsbehörden.

Nach Angaben der Kriminalpolizei fanden die Beamten bei der Razzia rund 400 lebende Katzen in 45 Käfigen. In weiteren mit Eis gefüllten Behältern entdeckten sie etwa 80 tote Tiere. An einem zweiten Ort wurden zusätzlich 21 lebende Katzen sichergestellt. Insgesamt seien damit mehr als 500 Katzen beschlagnahmt worden. Vietnamesische Medien sprechen von einem der größten bekannten Fälle dieser Art in den vergangenen Jahren.

Viele Tiere waren gestohlene Haustiere

Die Ermittlungen begannen nach einer Reihe von Diebstählen von Haustieren in Ho-Chi-Minh-Stadt. Laut Polizei sollen die Verdächtigen über einen Zeitraum von drei Jahren Katzen in mehreren Provinzen und Städten im Süden Vietnams gefangen, gesammelt und weiterverkauft haben. Für viele Besitzer endete die Suche nach ihren verschwundenen Tieren überraschend mit einem Wiedersehen. Nach Angaben der Tierschutzorganisationen Humane World for Animals und Vietnam Cat Welfare konnten bereits mehr als 40 Katzen ihren Familien zurückgegeben werden.

„Es ist wunderschön zu sehen, wie viele vietnamesische Familien kommen und nach ihren Katzen suchen“, sagte Chris Gindelhumer von Vietnam Cat Welfare der Nachrichtenagentur AP. Zugleich sei die Situation für viele Menschen schmerzhaft. Zahlreiche Familien hätten ihre Tiere nicht unter den Geretteten gefunden.

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Dutzende Tiere überlebten die Rettung nicht

Die Zustände, unter denen die Katzen gehalten wurden, waren nach Angaben von Tierschützern katastrophal. Mehrere Dutzend Tiere starben nach ihrer Rettung an den Folgen von Krankheiten, Stress und Mangelversorgung. Unter den beschlagnahmten Katzen befanden sich auch trächtige Tiere. Einige Kätzchen wurden nach Angaben von Humane World for Animals in den vergangenen Tagen bereits in der Obhut der Behörden geboren.

Veterinäre und freiwillige Helfer kümmern sich derzeit rund um die Uhr um die Versorgung der überlebenden Tiere. Fotos der Rettungsaktion zeigen dicht gedrängte Katzen in kleinen Metallkäfigen, viele von ihnen in schlechtem Gesundheitszustand.

Fleischhandel mit Katzen ist legal

Der Verzehr von Hunde- und Katzenfleisch ist in Vietnam grundsätzlich legal. Händler müssen allerdings nachweisen können, woher die Tiere stammen. Tierschutzorganisationen kritisieren seit Jahren, dass zahlreiche Katzen und Hunde gestohlen und anschließend in den Fleischhandel gelangen. „Die traurige Wahrheit ist, dass jeden Monat Tausende Katzen gestohlen, transportiert und geschlachtet werden“, erklärte die Vietnam-Direktorin von Humane World for Animals, Phuong Pham, laut AP.

Nach dem Verbot des Hundefleischhandels in Südkorea im Jahr 2024 kündigten vietnamesische Behörden an, den Schutz von Haustieren und die Rechte ihrer Besitzer stärken zu wollen. Mehrere Städte arbeiten inzwischen mit internationalen Organisationen daran, den Konsum von Hunde- und Katzenfleisch zurückzudrängen.

Der aktuelle Fall hat in Vietnam eine breite Debatte ausgelöst. „Dieses Ereignis hat viele Menschen überrascht“, sagte die Katzenliebhaberin An Pham der AP. Es habe das Bewusstsein dafür geschärft, dass der Handel mit Katzenfleisch beendet werden müsse.

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