Die Staats- und Regierungschefs der G7 haben sich darauf geeinigt, dass bis 2030 kein einzelnes Lieferland außerhalb der Gruppe und ihrer Partnerländer mehr als 60 Prozent der Importe von Seltenen Erden und Permanentmagneten ausmachen soll. Längerfristig solle der Anteil auf 50 Prozent sinken, heißt es in einer Erklärung, die beim Gipfel im französischen Évian veröffentlicht wurde. Für weitere kritische Rohstoffe sollen die zuständigen Minister bis Ende des Jahres konkrete Zielmarken festlegen.
Seltene Erden sind eine Gruppe von Metallen, die für die Fertigung zahlreicher Hochtechnologieprodukte von zentraler Bedeutung sind – darunter etwa Elektromotoren sowie Technologien im Digital-, Energie- und Rüstungssektor.
Hintergrund der Erklärung ist laut Bloomberg die starke Marktstellung Chinas. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur aus dem Jahr 2025 kontrolliert das Land rund 70 Prozent der weltweiten Raffineriekapazitäten für die Mehrheit der kritischen Rohstoffe, wie der Finanzdienst berichtet. Bei verarbeitetem Kobalt liegt der Anteil bei 85 Prozent, bei Gallium bei 99 Prozent. China hatte im vergangenen Jahr umfassende Exportkontrollen für die meisten kritischen Mineralien verhängt.
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Sorge vor wirtschaftlichem Druck
China wird in der Erklärung nicht explizit erwähnt. Jedoch äußerten die G7-Staaten „tiefe Besorgnis über den Einsatz nicht-marktwirtschaftlicher Strategien“ und wirtschaftlichen Zwang, darunter „willkürliche Exportbeschränkungen und Vergeltungsmaßnahmen gegen kritische Mineralien“.
Man werde mit Partnern zusammenarbeiten, um Versuche zu verhindern, wirtschaftliche Abhängigkeiten als Waffe einzusetzen, hieß es. Australien als Partnerland der G7 schloss sich der Erklärung an. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte laut Bloomberg vor Journalisten, es sei in verschiedenen Formaten vereinbart worden, „bei kritischen Rohstoffen noch enger zusammenzuarbeiten.“
Gemeinsame Maßnahmen geplant
Zur Umsetzung gründen die G7 nach eigenen Angaben eine unverbindliche „Critical Minerals Resilience and Production Alliance“, die auf einer bereits unter kanadischer G7-Präsidentschaft 2025 gestarteten Initiative aufbaut. Seit Anfang 2026 seien 195 Projekte mit einem Investitionsvolumen von 64 Milliarden Euro entlang der Wertschöpfungsketten angekündigt worden.
Geplant sind zudem ein Frühwarnmechanismus mit Unterstützung der IEA sowie Pilotprojekte zur Rückverfolgbarkeit, beginnend mit Lithium und Nickel. Jährlich sollen fünf weitere Rohstoffe folgen, wobei Seltene Erden besondere Beachtung finden sollen.
Das 2030-Ziel könnte sich laut Bloomberg als ambitioniert erweisen, da viele Förderprojekte mit Finanzierungs- und Genehmigungshürden kämpften. Ein nicht namentlich genannter G7-Vertreter sagte dem Bericht zufolge, ein Erreichen der Ziele ohne Quoten in einigen Branchen – etwa in der Verteidigung – sei unwahrscheinlich.
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