Die Vereinigten Arabischen Emirate arbeiten an einem Plan, um sich unabhängiger von der Straße von Hormus zu machen. „Wir bewegen uns auf eine Abhängigkeit von Null beim Transit durch die Straße von Hormus zu, und das völlig unabhängig davon, ob sie geöffnet ist oder nicht“, sagte der emiratische Außenhandelsminister Thani Al Zeyoudi in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg.
Seit Beginn der US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, eine zentrale Route für den globalen Öl- und Gashandel, stark eingeschränkt. Die USA und der Iran erreichten vor einigen Tagen eine Grundsatzeinigung, die die Öffnung der Meerenge vorsieht. Al Zeyoudi sagte, er hoffe, dass dies schnell geschehe, und fügte hinzu: „Aber wir werden den neuen Plan nicht aufgeben.“
Straße von Hormus: Iran soll trotz Trump-Abkommen jede Nacht Drohnen starten
Häfen und Investitionen in neue Pipelines
Kern des Vorhabens sei ein umfangreicher Ausbau der Häfen Dibba, Fujairah und Khor Fakkan am Golf von Oman, sagte der Minister. Mindestens ein weiterer Hafen an dieser Küste solle neu gebaut werden. Hinzu kämen Investitionen in neue Pipelines sowie Schienen- und Straßennetze, die die Ostküstenhäfen mit den Öl- und Gasfeldern verbinden sollen. Zeitplan und Kosten der Projekte nannte er nicht. Sie befänden sich in der Planungsphase und dürften laut Bloomberg mehrere Milliarden Dollar erfordern.
Die staatliche Ölgesellschaft Adnoc baut bereits an einer zweiten Rohölpipeline, die die Kapazität nach Fujairah ab Anfang kommenden Jahres auf rund drei Millionen Barrel pro Tag verdoppeln soll, wie die Financial Times Anfang Juni berichtete. Eine dritte Pipeline werde geprüft. Zudem erwäge Adnoc nach Angaben des Adnoc-Vizepräsidenten Philippe Khoury eine erste Mehrproduktpipeline für Benzin, Diesel und Kerosin, die die Meerenge umgeht.
Begrenzte Alternativen
Die Verringerung der Abhängigkeit sei schwierig, berichtete Bloomberg. Für Flüssigerdgas und Aluminium gebe es kaum Ausweichmöglichkeiten. Zudem seien die Emirate für Importe stark auf Häfen wie Jebel Ali im Golf angewiesen, den größten Containerhafen außerhalb Asiens. Der Transport per Lkw von der Ostküste in Städte wie Dubai und Abu Dhabi sei teurer. Al Zeyoudi verwies auf einen geplanten Ausbau des Schienennetzes.
Nach iranischen Angriffen mit nach Bloomberg-Angaben rund 3000 Drohnen und Raketen auf die Emirate wurden auch Energie- und Hafenanlagen in Fujairah beschädigt. Die Emirate konnten die Schließung der Straße von Hormus dem Bericht zufolge durch eine bestehende Ölpipeline nach Fujairah mit einer Kapazität von 1,5 Millionen Barrel pro Tag teilweise ausgleichen.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]