Brutal Berlin

Wenn der Exzess Alltag wird: Ein Autor wendet sich an die Anonymen Alkoholiker

Was als Beobachtung eines andauernden Exzesses begann, wird zur Selbstkonfrontation: Nun sucht unser Kolumnist zum ersten Mal Hilfe bei den Anonymen Alkoholikern.

Clint Lukas
Clint Lukas
6 Min
Nüchternheitsmünze statt Kronkorken: Unser Autor hat sich zum ersten Mal zu den Anonymen Alkoholikern begeben.

Nüchternheitsmünze statt Kronkorken: Unser Autor hat sich zum ersten Mal zu den Anonymen Alkoholikern begeben.

© Berliner Zeitung am Wochenende

Seit Jahren schreibe ich über den Exzess. Er ist mein literarisches Steckenpferd. Dabei versteht es sich von selbst, dass ich dafür Feldforschung betreiben muss, in den Kneipen, den Clubs, den dunklen Ecken der Stadt. Dies zeitigt Spuren, vor allem seit ich das 40. Lebensjahr überschritten habe.

Mein Magen hält sich nur noch durch eine abenteuerliche Kombination von Tabletten in der Spur. Mein Kopf braucht zweimal täglich seine 400 mg Ibuprofen. Neuerdings zwickt auch die Leber, und wenn ich mich für ein kurzes Nickerchen hinlege, wache ich oft erst sechs Stunden später auf. Doch ich bin zu feige, zum Arzt zu gehen.

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