Gesellschaftsroman

Oliver Bottini macht mit „Die Summe aller Dinge“ Cum-Ex zum Thriller

Der sechsfache deutsche Krimipreisträger bringt einen hochkomplexen Stoff in eine spannende Handlung. Getragen wird das Buch von großen Frauenfiguren. Die Kritik.

Cornelia Geißler
Cornelia Geißler
4 Min
Der sechsfache deutsche Krimipreisträger Oliver Bottini erzählt im Thriller „Die Summe der Dinge“ haarsträubende Vorgänge.

Der sechsfache deutsche Krimipreisträger Oliver Bottini erzählt im Thriller „Die Summe der Dinge“ haarsträubende Vorgänge.

© Christoph Hardt

Oliver Bottini erzählt in „Die Summe aller Dinge“ haarsträubende Vorgänge, die von der Wirklichkeit inspiriert sind: vom langjährigen, weitverzweigten Steuerbetrug Cum-Ex. All die Akteure, die auf ausgeklügelte Weise riesige Transaktionen durchführen, die doch nur Leerverkäufe sind, die dafür sorgen, dass einmal entrichtete Kapitalertragssteuern mehrfach vom Staat zurückgezahlt werden, erscheinen wie ein großes Netzwerk aus Männern.

In der Regel treten sie einzeln auf, ihnen gehören Episoden in den Rückblicken des Romans in den Jahren 2006 und 2011. Aber einmal führt Bottini eine große Gruppe zusammen: Abteilungsleiter von Banken, Steueranwälte und Wirtschaftsprüfer, Börsenmakler und Zwischenprüfer. Dabei sind auch ein „ehemaliger Hochschulprofessor, der willkommene Gutachten zu Cum-Ex schreibt, ein ehemaliger baden-württembergischer Wirtschaftsminister, ein ehemaliger Staatsanwalt“.

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